Sektion Delmenhorst
70 Jahre Europa. Vom Schuman-Plan über „Maastricht“ und „Lissabon“ nach „Madrid“
Zum nunmehr dritten Mal bietet Herr Espenschied einen Multimedia-Vortrag an. Eine zeitgemäße Präsentationsform in Zeiten nachlassender Aufmerksamkeitsspannen.
Donnermoor 48, 27777 Ganderkesee 04222 / 950222
Eigenbericht zum Vortrag am 05.03.2025 von Ingo Espenschied (DOKULIVE.EU)
75 Jahre EUROPA
75 Jahre Schuman-Plan – eine Bilanz
Wieder einmal war Herr Espenschied mit einem Vortrag der besonderen Art zu Gast im „Haus Adelheide“. Sein Guter Ruf war ihm vorausgeeilt, die leider nur 45 Teilnehmer wurden nicht enttäuscht. Sektionsleiter und Standortältester der Bundeswehr bedankten sich zuvor beim Ehepaar Winkler, die die Leitung des Hauses nach 16 Jahren abgaben, für die jahrelange und engagierte Unterstützung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik.
In seinem kurzweiligen, mit Bildern, Videos und animierten Powerpoints angereicherten Vortrag brachte der Politikwissenschaftler und Journalist Ingo Espenschied dem interessierten Publikum die Gewissheit, das die Europäische Union viel mehr ist als das Zerrbild von Bürokraten, Lobbyisten und Gesetzen über krumme Gurken. Und vor allem, ganz anders als Donald Trump behauptet, wurde es nicht gegründet, um den USA zu schaden.
Eingangs warf Espenschied einen Blick zurück: Nach zwei verheerenden Kriegen suchten hochrangige Persönlichkeiten nach Wegen, Europa zu befrieden und politisch zu einigen. Alle bisherigen Versuche schienen vergeblich, da schlug Robert Schumann -Außenminister Frankreichs – am 09. Mai 1950 der (west-)deutschen Regierung die Schaffung eines gemeinsamen Marktes für Kohle und Stahl vor. Das Besondere daran: Dieser Markt war offen für auch andere europäische Länder und so gründeten sechs Staaten (FRA, DEU, ITA, BEL, NLD, LUX) die erste supranationale europäische Organisation – die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl.
Weiter Integrationsversuche scheiterten derweil – so die Gründung einer europäischen Armee Mitte der 50er Jahre. Wirtschaftlich ging es allerdings voran. 1973 kam es zu einer zweiten Erweiterungsrunde mit Großbritannien, Irland und Dänemark.
Krisen habe es immer wieder gegeben, so in den 1980er Jahren, als nationale Egoismen und eine verfehlte Landwirtschaftspolitik die europäische Einigungspolitik in Gefahr brachten. Dem beherzten Engagement und der Visionskraft herausragender Persönlichkeiten -so Espenschied – sei es zu verdanken, dass sich (West-)Europa wiederholt aus der Krise befreien konnte. Mit der Osterweiterung seit 2004 schien auch die Teilung Europas durch den Kalten Krieg überwunden.
Die Finanzkrise 2007/2008, steigender Migrationsdruck, der Brexit, sowie die Flüchtlingskrise waren Herausforderungen für die europäische Solidarität.
Bezüglich seiner Außenpolitik sucht die EU noch ihren Platz im Konzert der Weltmächte. Bisherige Versuche, sich hinter den „Großen“ der Welt zu verstecken, müssen der Vergangenheit angehören. Die Politik der Trump-Administration lässt das auch nicht länger zu. Das Bild der Europäischen Union vom wirtschaftlichen Riesen und Politischem Zwerg bedürfe dringend einer Korrektur.
Zukünftige Handlungsschwerpunkte der EU sollten sein:
- Für die eigene Verteidigung Sorge tragen.
- Kapital und Innovation freisetzen.
- Den grünen Wandel für mehr Widerstandsfähigkeit beschleunigen.
- Sich mehr für die globale Stabilität engagieren.
An dieser Stelle soll nun nicht auf weitere Details eingegangen werden. Der Benefit des Vortrags lag in der geschickten Verknüpfung von Espenschieds Kommentar mit Bild- und Tondokumenten.
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