Sektion Wilhelmshaven/Friesland

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Mittwoch, 13.11.2024 - 19:00

Der israelisch-palästinensische Konflikt – geschichtliche Entwicklung, Interessenlagen und mögliche Lösungen

Am 14. Mai 1948 verlas David Ben Gurion in Tel Aviv die israelische Unabhängigkeitserklärung. Die USA erkannten den neuen Staat völkerrechtlich de facto am selben Tag, die Sowjetunion den Staat Israel auch de iure am 17. Mai an. Das Völkerbundmandat der Briten für Palästina endete am 15. Mai 1948. Mit Beginn dieses Tages griffen die Armeen Transjordaniens, des Irak, des Libanon, Ägyptens und Syriens Israel an.
Seit 1948 hält der Konflikt zwischen Israel und den Arabern an, wenn auch in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Um diesen meist mit Waffengewalt ausgetragenen Konflikt zu verstehen, ist das Wissen um die Ursprünge des Zionismus, die Balfour-Deklaration, die britische Mandatspolitik und den UN-Teilungsplan für Palästina von 1947 (Resolution 181 (II) der UN-Generalversammlung), der von der arabischen Bevölkerung und den in der Arabischen Liga vertretenen Staaten abgelehnt und auch nie implementiert wurde, unerlässlich.
Mit dem bestialischen Überfall der Hamas am 07. Oktober 2023 und Israels Reaktion hat der Nahostkonflikt eine neue Stufe erreicht. Dass Israel nun die völlige Ausschaltung der Bedrohung durch die terroristische Hamas anstrebt, muss als unvermeidlich angesehen werden. Der Kampf im Gazastreifen kann nach Israels Bedingungen jedoch nur unter Inkaufnahme von zehntausenden toten Palästinensern und der Zerstörung des Großteils aller Infrastruktur – was mittlerweile eingetreten ist – beendet werden. Ungeachtet der völkerrechtlich gedeckten und verhältnismäßigen Kriegsführung der israelischen Armee, was von vielen Staaten und Organisationen bezweifelt oder sogar als „Völkermord“ bezeichnet wird, hat niemand eine Idee, wie nach einem möglichen militärischen Sieg Israels über die Hamas und einem eventuell erfolgreichen Zurückdrängen der Hisbollah im Südlibanon ein anhaltender Frieden in der Region des antiken Palästina gestaltet werden könnte. Nach Einschätzung von Völkerrechtlern, Historikern, Politologen und Schriftstellern macht der jetzige Krieg zum ersten Mal deutlich, dass es – und diesmal endgültig – keine Zwei-Staaten-Lösung im Sinne einer nachhaltigen, friedlichen Lösung wird geben können. Jedwede andere Lösung erscheint indes aus allen möglichen, nachvollziehbaren Gründen ebenfalls ausgeschlossen. Avi Primor, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland, meint, es gäbe nicht wenige Leute in Israel, die aus dem I. Buch Mose den Vers zitieren „Von deinem Schwert wirst du leben“ und damit sagen wollen: Ja, wir werden ewig Krieg führen müssen.
In der Veranstaltung soll zunächst die Vorgeschichte zur Entstehung des Staates Israel umrissen und die Ursachen für die unterschiedlichen Auffassungen zum Existenzrecht Israels verdeutlicht werden. Im Weiteren sollen die wesentlichen Kriege, die Friedensabkommen, das israelische Besatzungsregime, das Ende der Besatzung des Gazastreifens und dessen völkerrechtlicher Status, die de facto Annexion der Golanhöhen und schließlich die Entwicklung bis zum Anschlag am 07. Oktober 2023 in knapper Form dargelegt werden. Im Hinblick auf die Interessenlagen sollen die Positionen der Vereinten Nationen, der israelischen Friedensvertragspartner und Syriens, Saudi-Arabiens und des Iran sowie nicht zuletzt der Palästinensischen Autonomiebehörde umrissen werden. Es stellt sich auch die Frage nach dem effektiven Einfluss von USA, EU und RUS auf die Entwicklung in der Region Palästina. Was bedeutet zudem die Aussage, die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson? Was sind die innerisraelischen Interessenlagen und deren jeweiliges innenpolitisches Gewicht? Und schließlich: Sind Lösungen des Konflikts denkbar, und was sind deren Aussichten auf Realisierung?
Vortrag und Diskussion
Porträt eines lächelnden Mannes mit braunem Haar im dunklen Sakko vor blauem Hintergrund.
Referent: Prof. Dr. Eckart Woertz , Direktor des GIGA Instituts für Nahost-Studien (IMES), Hamburg; Professor für Zeitgeschichte und Politik des Nahen Ostens an der Universität Hamburg

Zum Referenten: Eckart Woertz wurde 1969 in Waiblingen geboren, wo er in 1988 sein Abitur ablegte. Von Dezember 1988 bis Juli 1990 leistete er Zivildienst im Kreiskrankenhaus Waiblingen. Anschließend studierte er Politikwissenschaft, Islamwissenschaft und Wirtschaftliche Staatswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Währenddessen erhielt er ein Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes am „Institut Français d'Études Arabes de Damas“ und der Universität Damaskus. 1995 und 1996 studierte er an der Freien Universität Berlin. Als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft erfolgte seine Promotion im Sommer 1999 in wirtschaftlicher Staatswissenschaft, wiederum an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. In den nachfolgenden Jahren arbeitet Dr. Eckart Woertz für Banken in Frankfurt, Mainz und Dubai im Aktien- und Rentenhandel; als „Director of Economic Studies“ beim „Gulf Research Center“ (GRC) in Dubai; als „Visiting Research Fellow“ an der Princeton University; als „Scientific Advisor to the Kuwait Chair“ an der Sciences Po und anschließend als „Kuwait Program at Sciences Po (KSP) Visiting Professor“ an der „Paris School of International Affairs“ (PSIA) of Sciences Po, Paris; als „Senior Research Fellow“ am „Barcelona Centre for International Affairs“ (CIDOB). Er hatte Lehraufträge am “Institut Barcelona d'Estudis Internacionals” (IBEI), der “American University of Beirut” (AUB) und dem “Policy Center of the New South” in Rabat. Seit Oktober 2019 ist er Professor für Zeitgeschichte und Politik des Nahen Ostens an der Universität Hamburg. Zeitgleich wurde er Direktor des GIGA Instituts für Nahost-Studien (IMES) in Hamburg.

Die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Woertz umfassen die politische Ökonomie des Nahen Ostens und Nordafrikas, Energiefragen und Ernährungssicherheit. Seine Publikationen sind überaus vielfältig und zahlreich. Er ist regelmäßiger Kommentator für internationale Medien und hat zu verschiedenen Grundsatzpapieren und Berichten beigetragen. Prof. Dr. Woertz erhielt Beratungsaufträge von der Industrie- und Handelskammer von Jeddah, der Kuwait Investment Authority, dem saudischen Ministerium für Wirtschaft und Planung sowie internationalen und regionalen Organisationen wie Europäisches Parlament, UNCTAD (Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung), UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) und „Union for the Mediterranean“. Er ist Mitglied der Redaktionen von „Food Security“ und „Journal of Arabian Studies“.

Prof. Dr. Eckart Woertz wohnt im Hamburger Stadtteil Wandsbek.

Ort: Gorch-Fock-Haus - Victoriastr. 15 , 26382 Wilhelmshaven
Organisator: Kapitän zur See a.D. Berend Burwitz , Sektionsleiter Wilhelmshaven/Friesland, Berend.Burwitz@gsp-sipo.de
0171 4727 146
Zwei Männer, Eckart Wörtz (rechts) und Berend Burwitz (links), lächeln vor einem GSP-Banner.

Prof. Dr. Eckart Wörtz aus Hamburg (rechts) und GPS-Leiter Berend Burwitz (links) posieren bei einer GSP-Veranstaltung im Gorch-Fock-Haus, wo Wörtz einen Vortrag über die Zwei-Staaten-Lösung hielt.


Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Mitglieder und Freunde der Sektion,

hier finden Sie einen Online-Artikel der NWZ vom 14.11.2024 zu unserer Veranstaltung.

Mit freundlichem Gruß

Berend Burwitz
Sektionsleiter
 


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