Sektion Wilhelmshaven/Friesland

Sektion Wilhelmshaven/Friesland

Mittwoch, 06.05.2026 - 19:00

Ist die bestehende Weltordnung endgültig am Ende? Kriege, Krisen, durchgedrehte Autokraten, böse neue Welt? Zur Zukunft des Multilateralismus, der NATO und des Völkerrechts – Anmerkungen von Botschafter a. D. Martin Erdmann

Die Polykrise hält an. Sie hat sich mit dem am 28. Februar 2026 begonnen Angriff von USA und Israel gegen Iran noch einmal in hohem Maße erweitert und vor allem im Hinblick auf die gesamte Weltwirtschaft deutlich verschärft. Ob der am 07. April ins Auge gefasste zweiwöchige Waffenstillstand halten wird, ob die beabsichtigten, durch Pakistan vermittelten Verhandlungen zwischen USA und Iran zu einem Ergebnis führen und ob die NATO tatsächlich einen Marine-Einsatz im Persischen Golf zur Sicherung des Schiffsverkehrs zustande bringen wird, alles das darf in mehr oder weniger starkem Maße zumindest bezweifelt werden. Die gegenwärtig bekannten Positionen des Iran sind mit den bisherigen Positionen der USA völlig unvereinbar. Wird Donald Trump, letztlich wohl nur zur Vermeidung weiterer Kampfhandlungen aus innenpolitischen Gründen, zu Konzessionen gegenüber Iran bereit und dennoch in der Lage sein, glaubhaft so etwas wie einen „Sieg“ zu erklären?
Eng verflochten mit dem Verhältnis zwischen USA und Iran ist der israelische Kampf gegen die Hisbollah im Libanon. Israel besteht darauf, dass jegliche Vereinbarung mit dem Iran seinen Kampf gegen die Hisbollah nicht berührt – was der Iran wiederum nicht akzeptiert.
Russland führt seinen verbrecherischen Krieg gegen die Ukraine mit unverminderter Gnadenlosigkeit – auch gegenüber den eigenen Soldaten – fort. Substantielle Geländegewinne sind zwar nicht auszumachen; Russland glaubt aber offensichtlich mit Mensch und Material deutlich länger durchhalten zu können, als die Ukraine und die das Land unterstützenden Europäer und Nordamerikaner, zumal der Ungarn mit Hegemonialpartei und Exekutivdominanz regierende Viktor Orbán die Gewährung des vereinbarten Kredits der EU von 90 Mrd. Euro an die Ukraine blockiert. Werden Péter Magyar und seine TISZA die Herrschaft von Orbán und der Fidesz-MPSZ im ungarischen Parlament am 12. April brechen können?
Die Umsetzung des Trumpschen sogenannten Friedensplans für den Gaza-Streifen kommt nicht voran. Wurde schon Phase 1 unvollkommen als beendet erklärt, so stockt es nun bei der Umsetzung von Phase 2 des Gaza-Plans. Jetzt müsste die Terrororganisation Hamas ihre Waffen abgeben und Israel sich aus weiteren Teilen des Gebiets zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe müsste die Sicherheitsverantwortung übernehmen, eine Technokraten-Regierung die Verwaltung. Doch bislang weigert sich die Hamas, ihre Waffen abzugeben, und Israel geht weiter gegen vermutete Hamas-Kämpfer vor. Es gibt Stimmen, die meinen, man müsse Teil des ‚Friedensrates‘ von Donald Trump sein, wenn man direkt über Phase 2 des Gaza-Friedensplans verhandeln will. Ist es ein Fehler, wenn Länder wie Deutschland und Frankreich dem Gremium fernblieben, das als Gegenveranstaltung der Trump-Administration zu den Vereinten Nationen gesehen wird?
Dass die Vereinten Nationen von der Trump-Administration, flapsig formuliert, als nichtsnutzige Geldverschwender betrachtet werden, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Die NATO wird jedoch weiterhin als funktionierendes militärisches, aber auch politisch wirksames Bündnis immer wieder beschworen, insbesondere im Hinblick auf die erweiterte nukleare Abschreckung. Zwar erscheint es angesichts der erheblichen sicherheitspolitischen Nachteile für die USA unwahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten aus der NATO austreten. Man kann es indes drehen und wenden, wie man will: Angesichts der Äußerungen von Donald Trump zur nordatlantischen Allianz sind erhebliche Zweifel an der Verlässlichkeit des amerikanischen Atomschutzschirms angebracht. Nur dieser aber sorgt letztlich für effektive Abschreckung eines Angriffs auf europäische NATO-Mitglieder. Was ist seitens der europäischen NATO-Mitglieder zu tun? Was bedeutet die französische Offerte der „schrittweisen Einführung einer vorgelagerten Abschreckung“, der „bedeutendsten Aktualisierung der französischen Nuklearabschreckungspolitik seit 30 Jahren“?
Vortrag und Diskussion
Kopfaufnahme eines älteren weißen Mannes mit kurzen weißen Haaren, Brille, dunklem Anzug und gestreifter Krawatte.
Referent: Botschafter a. D. Martin Erdmann , deutscher Botschafter in der Republik Türkei (2015 bis 2020).

Zum Referenten: Martin Erdmann, Jahrgang 1955, trat 1982 in den Auswärtigen Dienst ein. Von 1995 bis 1999 war er Sprecher des Auswärtigen Amtes während der Amtszeiten der Außenminister Dr. Klaus Kinkel † (F.D.P.) und Joseph Fischer (Bündnis 90/Die Grünen). Von 2005 bis 2010 wurde er vom damaligen NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zum „Beigeordneten Generalsekretär für Politische Fragen und Sicherheitspolitik “ der Allianz im Range eines Botschafters berufen (“Assistant Secretary General for Political Affairs and Security Policy“). Von 2010 bis 2015 vertrat er die Bundesrepublik Deutschland als Ständiger Vertreter im Range eines Botschafters im Nordatlantikrat der NATO. Zuletzt war Botschafter a. D. Martin Erdmann deutscher Botschafter in der Republik Türkei (2015 bis 2020).

Ort: Gorch-Fock-Haus - „Johann Kinau Saal“ - Viktoriastr. 15 , 26382 Wilhelmshaven
Organisator: Herr Kapitän zur See a. D. Berend Burwitz , Sektionsleiter Wilhelmshaven/Friesland Berend.Burwitz@gsp-sipo.de
0171-4727146


Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Mitglieder und Freunde der Sektion,

als in 2026 dritte Veranstaltung bietet die Sektion Wilhelmshaven/Friesland einen Vortrag zum Kernthema „Sicherheitspolitik, Sicherheitsstrukturen, Strategien und internationale Beziehungen“ mit dem Fokus auf aktuelle Entwicklungen und Perspektiven. Fragestellungen werden beispielsweise sein können: Wie geht es weiter im Nahost-Krieg? Wird der Iran zu einem zweiten Vietnam für die USA? Was macht China mit Blick auf Taiwan, nutzt Peking die Gelegenheit des militärischen Einsatzes der USA in Nahost? Zu welchen Handlungen fühlt sich Putin ermutigt, während die NATO mit sich selbst und dem irrlichternden Trump beschäftigt ist? Wie verhalten sich unsere Gesellschaften angesichts der ökonomischen Herausforderungen der Polykrise? Es handelt sich wie immer um eine Präsenzveranstaltung.

Mit Botschafter a. D. Martin Erdmann konnte ein überaus beschlagener und in der diplomatischen Praxis ganz besonders erfahrener sicherheitspolitischer Experte gewonnen werden. Die Sektion Wilhelmshaven/Friesland würde sich freuen, Sie als Teilnehmer bzw. Teilnehmerin an dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Bitte weisen Sie auch Freunde und Bekannte auf diesen Termin hin und empfehlen ihnen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Die Anmeldung kann über diese Internetseite der GSP erfolgen (https://www.gsp-sipo.de/organisation/landesbereich-ii/wilhelmshaven). Bitte klicken Sie auf das unten befindliche Feld „Anmeldung“. Beachten Sie, dass Sie nach erfolgter Anmeldung eine E-Mail mit der Bitte um Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten. Diese Bestätigung muss innerhalb einer Stunde erfolgen; ansonsten müsste die Anmeldung verfallen. Mit diesem Verfahren sollen vorsätzliche Falschanmeldungen unterbunden werden.

Die Sektion nimmt Ihre Anmeldung auch per E-Mail an Berend.Burwitz@gsp-sipo.de oder per SMS, WhatsApp oder telefonisch (0171-4727146) an den Sektionsleiter entgegen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Anmeldungen, die auf diesen Wegen erfolgen, grundsätzlich nicht quittiert werden können. Wegen der erforderlichen organisatorischen Vorbereitung im Gorch-Fock-Haus wird um Anmeldung bis zum Montag, 04. Mai 2026, einschließlich gebeten.

Mit freundlichem Gruß

Berend Burwitz
Sektionsleiter

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Hinweise zum Datenschutz: Die aktuellen Fassungen von Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) werden mit der Datenschutzerklärung der GSP umgesetzt. Die Datenschutzschutzerklärung der GSP finden Sie unter https://www.gsp-sipo.de/service/datenschutzerklaerung.

Bei der Anmeldung wird um Übermittlung mindestens folgender Daten gebeten: Name, Vorname und eine E-Mailadresse. Zusätzlich bittet die Sektion um Nennung der beruflichen Tätigkeit. Die Daten werden in einer lokalen Datenbank der Sektion 220 gespeichert und zur Organisation der Veranstaltung genutzt. Im Weiteren werden die Daten (Name, Vorname, E-Mailadresse) genutzt, um zukünftige Veranstaltungshinweise und -einladungen der GSP zu versenden. Nichtmitglieder der GSP haben die Möglichkeit, der Nutzung Ihrer Daten zu diesen Zwecken jederzeit schriftlich oder mündlich zu widersprechen. In diesem Fall wird die Zusendung weiterer Informationen nach Abschluss der Veranstaltung, für die Sie sich angemeldet haben, beendet und alle Ihre Daten auf der Datenbank der Sektion 220 gelöscht.

Die Veranstaltung wird fotografisch begleitet. Mit der Anmeldung erklären die Teilnehmenden ihr Einverständnis, dass die GSP vor, während oder nach der Veranstaltung entstandenes Fotomaterial für Zwecke der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nutzt.


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