Sektion Wilhelmshaven/Friesland

Sektion Wilhelmshaven/Friesland

Dienstag, 09.06.2026 - 19:00

Nachhaltige Krisen- und Katastrophenvorsorge – Ein essenzieller Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Resilienz Deutschlands

Eine starke Bundeswehr reicht nicht, um Deutschland verteidigungsfähig („kriegstüchtig“) zu machen. Im Ernstfall wird ein Großteil der Streitkräfte im Einsatz sein. Deshalb ist die Republik auf Zivilverteidigung angewiesen. Und hier ist das Land nach Einschätzung vieler Fachleute in krassem Rückstand.
Die sog. Zeitenwende hat in Deutschland u. a. auch den Begriff „gesamtgesellschaftliche Krisenresilienz“ geprägt. Es geht darum, nicht nur die Streitkräfte verteidigungs- und glaubhaft abschreckungsfähig aufzustellen, sondern die gesamte deutsche Gesellschaft verteidigungswillig und gegenüber Notlagen widerstandsfähig zu machen. Daher ist die planerische Ausgestaltung von ziviler Verteidigung und damit einhergehend die Verbesserung von Zivil- und Katastrophenschutz eine besonders herausfordernde staatliche Aufgabe. Die Bundesregierung hat bereits im August 2016 die „Konzeption Zivile Verteidigung“ vorgelegt. Im Juli 2022 wurde die „Deutsche Strategie zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen“ beschlossen; seit Mai 2024 gibt es dazu einen Umsetzungsplan. Und im Juni 2024 hat das Bundeskabinett auch die „Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung“ beschlossen. Dieser Grundlagendokumente ungeachtet, drängt sich der Eindruck auf, dass zwar der Ausbau der Fähigkeiten der deutschen Streitkräfte mit Nachdruck vorangetrieben wird, der Ausbau des Zivilschutzes als Teil der zivilen Verteidigung und des Katastrophenschutzes – auch als Fähigkeitsanteil des Zivilschutzes – von Bund und Ländern deutlich weniger nachdrücklich betrieben wird. Zwar nimmt der Schutz der Bevölkerung vor Bedrohung durch Drohnen Fahrt auf; jedoch müsste insgesamt der Luftschutz für die Zivilbevölkerung und für die zivile Infrastruktur vorangebracht werden. Überhaupt fehlt dem „Operationsplan Deutschland“ der Bundeswehr – ein Plan, der zivile Akteure (Behörden, Blaulichtorganisationen, Privatwirtschaft) in die militärische Verteidigung integriert – bisher die komplementäre Ausgestaltung der zivilen Verteidigung. Es erscheint dringlich, den zivilen Anteil von Gesamtverteidigung der Bedrohungslage anzupassen. Der mehrtägige Stromausfall im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf im vergangenen Januar gibt nur einen Vorgeschmack darauf, welchen Herausforderungen sich Zivil- und Katastrophenschutz gegebenenfalls zu stellen haben. Anfang Mai fanden sich nun Hinweise in der Presse, dass das Bundesinnenministerium einen „Resilienzplan“ (Arbeitstitel), einen zivilen Operationsplan als Komplementärplan zum „Operationsplan Deutschland“, zu erstellen beabsichtigt.
Während die kommunalen Katastrophenschutzstäbe und die einschlägigen Behörden der Bundesländer sowie auf Bundesebene Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) etlichen Bürgern Begriffe sind, haben die meisten Bürger vom „Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e.V.“ (DKKV) noch nie etwas vernommen. Eingedenk der offiziellen Vision des DKKV („Eine resiliente Gesellschaft durch nachhaltige Krisen- und Katastrophenvorsorge schaffen“) soll in der Veranstaltung deutlich werden, wie eine gesamtgesellschaftliche Krisenresilienz zu erzielen ist und welchen Beitrag das DKKV dazu zu leisten imstande ist.
Vortrag und Diskussion
Referent: Dr. Benni Thiebes , Geschäftsführer des „Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e. V.“ (DKKV), Bonn.

Zum Referenten: Benni Thiebes, Ende 1980 in Bonn geboren und im Siebengebirge aufgewachsen, studierte nach dem Abitur Geographie, Bodenkunde, Städtebau und Kulturtechnik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und schloss 2006 mit dem akademischen Grad Diplom-Geograph ab. Anschließend arbeitete er in Forschung und Lehre als Doktorand am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien, was er in 2011 mit einer Dissertation über theoretische und angewandte Geographie und der Zuerkennung des Dr. rer. nat. beendete. Dann nahm Dr. Thiebes als erster internationaler Post-Doktorand eine Einladung der Nanjing Normal University in China an, wo er als Forscher und Lehrer bis September 2013 arbeitete. Die nächsten sechs Monate wirkte Dr. Thiebes als Berater der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ), eine Organisation der Entwicklungszusammenarbeit, die im Auftrag verschiedener Ministerien der Bundesrepublik Deutschland international tätig ist. Von Herbst 2014 bis Sommer 2018 arbeitet Dr. Thiebes als Leitender Forscher für Naturgefahren bei EURAC Research, ein privatrechtlich geführtes Zentrum für angewandte Forschung mit Sitz in Bozen, wobei er auch in Beilun (China) tätig war. Dem schlossen sich vier Monate Tätigkeit als Berater für Erdrutsch-Frühwarnsysteme bei der „United Nations Economic and Social Commission for Asia and the Pacific“ (UN-ESCAP) an. Von Oktober 2016 bis Juli 2018 widmete sich Dr. Thiebes ganz seinen beiden kleinen Kindern (Elternzeit).

Seit Juli 2018 ist Dr. Thiebes Geschäftsführer des „Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e. V.“ (DKKV) in Bonn. Damit einhergehend hat Dr. Thiebes wieder für die GIZ zu seinem Spezialthema Erdrutschüberwachung und Frühwarnsysteme gewirkt, diesmal in Georgien, war Berater bei „Third Bridge“ zum Thema Risiko- und Krisenmanagement in Deutschland, war im Auftrag des Technischen Hilfswerks Auswerter für eine internationale Katastrophenschutzübung, und er war Sachverständiger für den nordrhein-westfälischen Landtag für Europäischen Katastrophenschutz. Seit 2018 ist Dr. Thiebes zudem Lehrbeauftragter an den Universitäten Wien und Bonn zum Thema „Neue Medien und Technologien im Katastrophenrisikomanagement“. Seit 2024 ist er außerdem Mitglied der Nationalen Plattform zur Umsetzung der „Deutsche Strategie zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen“ (Deutsche Resilienzstrategie) und gewählter Sprecher des „Akteursnetzwerk der Zivilgesellschaft“.

Dr. Benni Thiebes ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Bonn.

Ort: Gorch-Fock-Haus - „Johann Kinau Saal“ - Viktoriastr. 15 , 26382 Wilhelmshaven
Organisator: Herr Kapitän zur See a. D. Berend Burwitz , Sektionsleiter Wilhelmshaven/Friesland Berend.Burwitz@gsp-sipo.de
0171-4727146


Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Mitglieder und Freunde der Sektion,

als in 2026 vierte Veranstaltung bietet die Sektion Wilhelmshaven/Friesland einen Vortrag zum Kernthema „Notfallplanung“. Der Fokus liegt auf Katastrophen- und Zivilschutz als wesentlichen Elementen gesamtgesellschaftlicher Krisenresilienz. Es handelt sich wie immer um eine Präsenzveranstaltung.

Mit Dr. Benni Thiebes konnte ein überaus versierter Wissenschaftler, aber auch ein in Bevölkerungsschutz und Risikomanagement erfahrener Praktiker gewonnen werden. Die Sektion Wilhelmshaven/Friesland würde sich freuen, Sie als Teilnehmer bzw. Teilnehmerin an dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Bitte weisen Sie auch Freunde und Bekannte auf diesen Termin hin und empfehlen ihnen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Die Anmeldung kann über diese Internetseite der GSP erfolgen (https://www.gsp-sipo.de/organisation/landesbereich-ii/wilhelmshaven). Bitte klicken Sie auf das unten befindliche Feld „Anmeldung“. Beachten Sie, dass Sie nach erfolgter Anmeldung eine E-Mail mit der Bitte um Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten. Diese Bestätigung muss innerhalb einer Stunde erfolgen; ansonsten müsste die Anmeldung verfallen. Mit diesem Verfahren sollen vorsätzliche Falschanmeldungen unterbunden werden.

Die Sektion nimmt Ihre Anmeldung auch per E-Mail an Berend.Burwitz@gsp-sipo.de oder per SMS, WhatsApp oder telefonisch (0171-4727146) an den Sektionsleiter entgegen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Anmeldungen, die auf diesen Wegen erfolgen, grundsätzlich nicht quittiert werden können. Wegen der erforderlichen organisatorischen Vorbereitung im Gorch-Fock-Haus wird um Anmeldung bis zum Samstag, 06. Juni 2026, einschließlich gebeten.

Mit freundlichem Gruß

Berend Burwitz
Sektionsleiter

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Hinweise zum Datenschutz: Die aktuellen Fassungen von Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) werden mit der Datenschutzerklärung der GSP umgesetzt. Die Datenschutzschutzerklärung der GSP finden Sie unter https://www.gsp-sipo.de/service/datenschutzerklaerung.

Bei der Anmeldung wird um Übermittlung mindestens folgender Daten gebeten: Name, Vorname und eine E-Mailadresse. Zusätzlich bittet die Sektion um Nennung der beruflichen Tätigkeit. Die Daten werden in einer lokalen Datenbank der Sektion 220 gespeichert und zur Organisation der Veranstaltung genutzt. Im Weiteren werden die Daten (Name, Vorname, E-Mailadresse) genutzt, um zukünftige Veranstaltungshinweise und -einladungen der GSP zu versenden. Nichtmitglieder der GSP haben die Möglichkeit, der Nutzung Ihrer Daten zu diesen Zwecken jederzeit schriftlich oder mündlich zu widersprechen. In diesem Fall wird die Zusendung weiterer Informationen nach Abschluss der Veranstaltung, für die Sie sich angemeldet haben, beendet und alle Ihre Daten auf der Datenbank der Sektion 220 gelöscht.

Die Veranstaltung wird fotografisch begleitet. Mit der Anmeldung erklären die Teilnehmenden ihr Einverständnis, dass die GSP vor, während oder nach der Veranstaltung entstandenes Fotomaterial für Zwecke der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nutzt.


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