Sektion Lippstadt

Sektion Lippstadt

Dienstag, 09.09.2025 - 19:00

Globaler Wandel und Biodiversitätskrise - wie wirken sie sich aus? Ist das für mich von Bedeutung?

Der Vortrag zeigt auf, wie sich die Biodiversitätskrise einerseits und der Klimawandel andererseits auf uns Menschen auswirken. Von der Erläuterung der Hintergründe geht es in die ökologischen Zusammenhänge: Warum ist Biodiversität wichtig für das Funktionieren von Ökosystemen, und wo lägen die Probleme, wenn Ökosysteme ihre Funktion einbüßen? Beim Klimawandel: Starke Veränderungen in der Natur sind deutlich ablesbar. Eine nachmessbar angestiegene globale Temperatur wird verursacht durch den Anstieg des Strahlungsantriebs seit Beginn des industriellen Zeitalters. Welche Zukunftsszenarien gibt es, und wie sind die Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Menschen? Unterschätzen wir unsere Abhängigkeit von intakten Ökosystemen und deren Funktionen für unsere Existenzgrundlage?
Vortrag und Diskussion
Referent: Dr. Maik Bartelheimer , Universität Münster - Institut für Evolution und Biodiversität (IEB).
Ort: Haus des Gastes - Quellenstr. 72 , 59556 Bad Waldliesborn
Organisator: Mariella Bousabarah , Sektionsleiterin m.bousabarah@gsp-sipo.de
0176 393 282 73


Auf Einladung der GSP e.V. Sektion Lippstadt referierte am vergangenen Dienstag Dr. Maik Bartelheimer zum Thema: Globaler Wandel und Biodiversitätskrise – wie wirken sie sich aus? Der Raum war gut besetzt mit Mitgliedern der Sektion und zahlreichen Interessierten, die die Ankündigung in der Presse gelesen hatten. Anfangs war eine deutliche Skepsis spürbar: Was hat das Thema mit Sicherheit zu tun und mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Die Sektionsleiterin Frau Bousabarah erklärte, dass Sicherheit auch z.B. Ernährungssicherheit einschließt und die Aufgabe der GSP ein Bildungsauftrag ist, d.h. zu informieren. Dr. Bartelheimer lehrt an der Universität Münster am Institut für Evolution und Biodiversität und unterstrich: Nach ein paar grundlegenden Erklärungen wird erkennbar werden, was Biodiversität auch mit Sicherheit zu tun hat. Mit übersichtlichen Folien wurde allen Zuhörern rasch klar, worum es geht: Ohne Insekten bleiben die Regale im Supermarkt leer – wenn ein Ökosystem nicht mehr funktioniert, werden Pflanzen nicht bestäubt, auch die Fütterung von Vieh ist erschwert, und der Wochenendeinkauf fällt aus. Artenreiche Ökosysteme sind besser gegen Störungen gewappnet, denn ein Ausfall einer Art kann so von anderen kompensiert werden.

Wer bisher immer über die Funktion von CO² gerätselt hatte, hatte es nach der Erklärung durch Dr. Bartelheimer verstanden: Eingestrahlte Sonnenenergie wird an der Erdoberfläche in Wärme umgesetzt und z.T. wieder abgestrahlt. Ein Teil dieser Wärmestrahlung wird aufgrund von Treibhausgasen in der Atmosphäre zurück zur Erde gestrahlt. Die Differenz aller Ein- und Abstrahlung ist positiv und bewirkt, dass auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von 14 Grad herrscht. Ohne diesen Treibhauseffekt wäre der Planet vereist und z.B. menschliches Leben nicht möglich. Die genannte Differenz wird als Strahlungsantrieb bezeichnet. Dieser nimmt zu, wenn Treibhausgases wie CO² zunehmen. Die Erhöhung dieses „Strahlungsantriebes“ über das bisherige Maß hinaus ist das Problem, von dem immer die Rede ist.

Was können wir tun? Dr. Bartelheimer griff hier 2 Aspekte heraus, die ihm, wie er betonte, besonders am Herzen liegen: Die Bewahrung der Wälder und der Moore als unsere größten CO²-Speicher. Im Wald werden sowohl im Boden als auch in der Vegetation große Mengen des Gases gespeichert, im Vergleich dazu kann ein Moor allein im abgelagerten Torf eine ähnlich große Menge auf viel kleinerer Fläche speichern. Daher sollten wir beides schützen und auch die Chance nutzen, trockengelegte Moore wieder zu bewässern.

Gegen Ende des Vortrags musste der Referent verkürzen, um die vereinbarte Zeit einzuhalten, die Zuhörer nahmen die Gelegenheit wahr vertiefende Fragen zu stellen und auch nach dem offiziellen Ende wurde Dr. Bartelheimer noch von Zuhörern umlagert, die ihn nicht gehen lassen wollten.

Erfreut war man, dass der Referent in diesem Monat zusätzlich den Vortrag in einem Gymnasium anbietet, auch zur Freude der dortigen Fachschaft. Nach dem Vortrag war man sich einig: Endlich hat jemand komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt und wenn es mit so viel eigener Liebe zum Thema übergebracht wird, möchte man eigentlich noch mehr wissen und die Bereitschaft wird verstärkt, sich für eine intakte Umwelt einzusetzen zu unser aller Wohl und Nutzen.