Sektion Wuppertal

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Mittwoch, 29.04.2026 - 19:00

Der letzte Weckruf – Deutsche Verteidigung neu denken in einer Epoche radikalen Wandels

Spätestens der russische Überfall auf die Ukraine hat es ans Licht gebracht:
Wir leben in unsicheren Zeiten. Kriegsgefahren sind inzwischen real, und die machtpolitische Balance auf der Welt ist an vielen Stellen in Bewegung geraten. Derweil hoffen die Deutschen und andere Europäer wohl weiter, dass es ein "zurück" in die Jahrzehnte der gewohnten Behaglichkeit geben möge und betreiben die "Zeitenwende" noch immer mit „angezogener Handbremse“. Die Frage drängt sich auf:
Haben wir wirklich den Schuss gehört, und tun wir das Gebotene?
Vortrag und Diskussion
Referent: Dr. Joachim Weber , Senior Fellow für Strategische Vorausschau und Risikoanalyse am CASSIS (Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies) der Universität Bonn

Dr. Joachim Weber ist Senior Fellow für Strategische Vorausschau und Risikoanalyse am CASSIS (Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies) der Universität Bonn. Er forscht in einem umfassenden geopolitischen Ansatz zu machtpolitischen Dynamiken, Sicherheitspolitik und insbesondere zu maritimen Herausforderungen. Seine regionalen Schwerpunkte liegen neben dem Geschehen auf den Weltmeeren in Osteuropa und der Arktis. Er lehrt weiterhin seit über 20 Jahren an Universitäten in Deutschland, Kroatien und den USA zu politischer Geographie, Sicherheits- und Geopolitik. Er ist Interviewpartner weltweiter Medien von der „Washington Post“ bis zum japanischen und australischen Fernsehen.

Ort: In den Räumen der Gesellschaft Concordia - Werth 48 , 42275 Wuppertal-Barmen
Organisator: Herr Oberstleutnant a.D. Rolf Dilthey , Sektionsleiter rolf.dilthey@t-online.de
Sperlingsweg 20, 42657 Solingen  0212 / 586228


„Der letzte Weckruf – Deutsche Verteidigung neu denken in einer Epoche radikalen Wandels“

So lautete das Thema des Vortrages am 29. April 2026 in den Räumen der Gesellschaft Concordia.

Der Vortragende, Dr. Joachim Weber, lehrt und forscht an der Universität Bonn zu Fragen machtpolitischer Dynamiken, Sicherheitspolitik und insbesondere zu maritimen Herausforderungen. International stark vernetzt ist er Interviewpartner weltweiter Medien von der „Washington Post“ bis zum japanischen und australischen Fernsehen.

Schon vor Beginn des Überfalls Rußlands auf die Ukraine hat Dr. Weber seinen „Weckruf“ an seine Zuhörer gerichtet, da Putin seine Absichten wiederholt offengelegt hatte. Die Entwicklung des Niedergangs der Dominanz der USA über eine bipolare zu einer multipolaren Welt wird erkennbar, da China, Indien, Brasilien oder auch die Philippinen usw. zunehmend wirtschaftlich-politische Macht in die Waagschale des Weltgeschehens legen. Trumps Versuch, dies aufzuhalten wird nach Ansicht des Vortragenden scheitern.

Nach Ansicht des Vortragenden triftet die EU ohne Strategie in verschiedene Richtungen und ist zudem gehemmt durch Ideen, die in einer „Schönwetterlage“ bestimmend waren, das Weltgeschehen aber nicht abbildeten. Das wurde schon während des Jugoslawien-Kriegs erkennbar. Daraus resultiert, dass die Strukturen der EU der Realität der Staatenwelt angepasst werden müssen. Wenn nicht eine Kern-EU vorangeht, die zu Änderungen willig und fähig ist, ist ein Scheitern absehbar. 

In der abschließenden Diskussions- und Fragerunde wurde besonders deutlich, dass Soldaten gewinnen Schlachten gewinnen; jedoch finanzielle, wirtschaftliche und logistische Fähigkeiten Kriege entscheiden. 

Vor solchen Aussagen, auch der Frage der Verfügbarkeit über Atomwaffen, ducken sich jedoch Politiker, Medienvertreter und folglich auch die Bürger weg. Daher bezeichnet der Vortragende seine Worte seit Jahren als „Weckruf“. Wiewohl mit fundierter Kenntnis, Engagement und der Hoffnung auf Gehör vorgetragen, blieb bei einzelnen Besuchern doch zurück, dass dieser Ruf in einer Wüste vergeblich sein könnte. 

 


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