Sektion Wuppertal

Sektion Wuppertal

Mittwoch, 17.09.2025 - 19:00

Die außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen und Perspektiven für die neue Bundesregierung unter Bundeskanzler Merz

Eine Kooperationsveranstaltung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. - Sektion Wuppertal, dem Freundeskreis der Bundeswehr Waldkaserne Hilden, dem Offizierverein Wuppertal e.V. (gegründet 1838) und der Gesellschaft Concordia

Seit dem 6. Mai 2025 ist die neue deutsche Regierung unter der Leitung von Friedrich Merz im Amt. Keine Frage: Der Auftakt mit der Wahl des Bundeskanzlers erst im zweiten Wahlgang war durchaus holprig und mühsam und somit alles andere als optimal. Aber seit dem ersten Zusammentreffen zwischen US-Präsident Donald J. Trump und Kanzler Friedrich Merz im Weißen Haus in Washington, D.C. am 5. Juni gibt es Hoffnung, dass es der CDU-Politiker versteht, einen guten Draht zum 47. Präsidenten der USA aufzubauen und wenigstens atmosphärisch für eine gewisse Entspannung zu sorgen.
Dennoch gibt es wenig Grund zu Optimismus, dass Merz den amerikanischen Präsidenten – zumindest für die nächsten Jahre – vom Verbleib der US-Truppen auf dem europäischen Kontinent überzeugen kann. Voraussetzung hierfür wäre eine stärkere militärische Lastenteilung vonseiten Deutschlands und anderer europäischer NATO-Staaten gegenüber der Atlantischen Allianz und deren Führungsmacht USA. Erst dann, wenn bis zum Jahr 2029, wie es Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Aussicht gestellt hat, größere Anstrengungen von deutscher Seite in militärischer Hinsicht (Stichwort: „Kriegstüchtigkeit“) unternommen werden sollten, dürfte mit einem entsprechenden Entgegenkommen Trumps zu rechnen sein. Gleiches gilt auch für den Rest Europas.
Der Referent geht im Rahmen seines Vortrages der Frage nach, inwiefern Berlin gegenüber Washington Handlungsoptionen und Strategien zur Verfügung hat, um Amerika in Europa längerfristig zu halten und vielleicht sogar dafür zu sorgen, dass die angespannten transatlantischen Beziehungen erneuert und verbessert werden. Schließlich bleibt bis auf Weiteres die Verteidigungsfähigkeit Europas eine offene Frage und stellt eine komplexe Aufgabe dar.
Vortrag und Diskussion

Referent: Dr. phil. Sascha Arnautović , Politikwissenschaftler, selbstständiger Unternehmer, freier Referent und externer Lehrbeauftragter an der Universität der Bundeswehr München sowie Leiter der GSP-Sektion Köln/Rhein-Erft-Kreis/Euskirchen
Ort: In den Räumen der Gesellschaft Concordia - Werth 48 , 42275 Wuppertal-Barmen
Organisator: Herr Oberstleutnant a.D. Rolf Dilthey , Sektionsleiter rolf.dilthey@t-online.de
Sperlingsweg 20, 42657 Solingen  0212 / 586228


Bericht über die Veranstaltung

In Vorträgen in Remscheid 2025 (Hasenberger Gespräche) und im Jahr 2024 in der Concordia hat Dr. Arnautović die Veränderung des Blicks der USA auf Europa durch demographische Entwicklungen und die Wahl von Präsident Trump hervorgehoben. Im  diesjährigen Vortrag hob er hervor, dass die Ausrichtung der USA unter dem Schlagwort „America First“ deutlich macht, dass der Westen z.Zt. keine Alternative hat und verteidigungspolitisch auf die USA angewiesen ist. Zur Ausformung eines eigenen Sicherheitsmechanismus stehe uns maximal ein Zeitfenster von fünf Jahren zur Verfügung. 

Deutschland ist deshalb aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen. Dies fällt schwer in einer Zeit, da in den USA, in Deutschland und Frankreich die Polarisierung zunimmt und der Krieg in der Ukraine sowie die Vorgänge in Gaza die Aufmerksamkeit beanspruchen. 

Kanzler Friedrich Merz war zweifellos in den letzten Wochen erfolgreich außenpolitisch unterwegs um Deutschland zu positionieren und in Gespräche der verstärkten europäischen Zusammenarbeit (z.B. in Rüstungsfragen) einzubringen. Fragen einer „Koalition der Willigen“, der Kräfteverteilung in der NATO unter Betrachtung des atomaren Schutzes scheinen aber erst am Anfang zu stehen. Europa müsste mit einer Stimme sprechen, zumal China und Russland im Machtspiel der militärischen und wirtschaftlichen Kräfte kräftig mitmischen wollen. 

Ausgehend von dem obigen Zeitfenster und trotz der innenpolitischen zusätzlichen Herausforderungen wäre eine schnelle Handlungsweise erforderlich, die der Vortragende mit dem alten militärischen Wort „lieber eine falsche Entscheidung als gar keine“ kennzeichnete. 


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