Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler
Sicherheit in Freiheit - Wohin steuert Deutschland?
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Der Sektionsleiter, Oberst a.D. Josef Schmidhofer, hatte bereits in der Einladung zur Veranstaltung die Frage gestellt: „Was ist der starke Staat?“ und was erwartet der Bürger von seinem Staat. Diesen Fragen ging der Referent im Laufe seiner Ausführungen dann auch nach. Wendt stellte fest, dass das subjektive Sicherheitsempfinden des Einzelnen oftmals im Widerspruch zum statistisch belegten steht. Das konnte er auch anhand von Beispielen aus seiner langjährigen Berufspraxis als Polizist in den verschiedensten Verwendungen anschaulich machen. Der Referent scheute sich aber auch nicht, auf Defizite im staatlichen Handeln der vergangenen Jahre hinzuweisen. Seine Aussage zum Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheid-Platz als „Kriegszone mit Glühweinausschank“ (von vielen Berlinern so empfunden) macht in zugespitzter Form auf Handlungsbedarf aufmerksam. Die Bürger empfinden solche Dinge als Schwäche des Staates und seiner Institutionen gegen über einer vergleichsweise kleinen Anzahl von Personen, die dem Rechtsstaat ablehnend und sogar feindlich gegenüber stehen. Wendt wies aber auch darauf hin, dass diese Entwicklung nicht erst mit der massiven Zuwanderung aus islamischen Kulturen nach Deutschland eingetreten ist, sondern auch schon weit davor in Brennpunktvierteln bestimmter Städte vorhanden war. Der Staat hat diesem Trend zu lange tatenlos zugesehen, so dass sich die aktuelle Eskalation erst entwickeln konnte. Bei der Ursachenforschung nannte der Referent eine Vielzahl von Einzelfaktoren, z.B. die Reduzierung von Personal und die zögerliche Modernisierung von Material in allen Bereichen von Sicherheit und Justiz in der Nachwendezeit. Wendt sprach von einem „kollektiven Irrtum“ bei der Einschätzung der Lage; viele Politiker waren der Meinung, es brauchte keinen starken Staat mehr und die verbliebenen Konflikte würden sich quasi mit der Zeit selbst erledigen. Heute ist es schwer diese Defizite aufzuarbeiten. Neben der demografischen Entwicklung stehen Fragen der Attraktivität des öffentliche Dienstes und damit auch von Polizei und anderen Sicherheitsbehörden, aber auch Probleme im Bildungswesen. Hier seien nur die mangelnde Disziplin im Unterricht, der Autoritätsverlust der Lehrer und die Rolle der Eltern im Erziehungsprozess genannt. Aber auch eine fehlende Konsequenz bei der Ahndung von Straftaten durch die Justiz führt zum Bild vom schwachen Staat, was besonders bei demokratiefeindlichen Kräften zu dem Schluss führt: In Deutschland kann man machen, was man will; die Gesetze sind für mich nicht bindend. Der Referent machte das an einem für uns alle bekannten Beispiel deutlich: „Wenn Sie falsch parken, dann ist der Staat schnell da“; bei anderen Delikten sucht man ihn oft vergeblich.
Dass die Ausführungen von Rainer Wendt durchaus bei den Zuhörern unterschiedliche Resonanzen ausgelöst haben, zeigten die abschließende teilweise kontroverse Diskussion und auch die Gespräche in kleiner Runde. Insgesamt war es ein interessanter Abend, der die meisten Teilnehmer für die Problematik der Inneren Sicherheit sensibilisiert hat. Es wurde aber auch immer wieder deutlich, dass Wegschauen und Schönreden seitens der Politik für den mündigen Bürger nicht die Lösung sein kann. Das führt nur zu einem weiteren Autoritätsverlust des Staates und der Hinwendung zu demokratiefeindlichen Gruppierungen.