Sektion Koblenz

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Dienstag, 28.10.2025 - 18:00

Bedroht die Volksrepublik China unsere Sicherheit?

Nachdem wir uns in vergangenen Vorträgen unter anderem mit den USA und Russland und ihren geopolitischen Zielen befasst haben, wollen wir dieses Mal unseren Blick zur Volksrepublik China richten.
Der Abend soll unter der Leitfrage „Bedroht die Volksrepublik China unsere Sicherheit?“ stehen.
China soll von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet, seine Ziele bewertet und in ihren Auswirkungen auf die globale Sicherheit beschrieben werden.

Die Veranstaltung wird mit drei Impulsvorträgen beginnen und in einer Podiumsdiskussion mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen, enden.

Referenten:
1: Prof. Dr. Dirk Schmidt zum Thema Ziele der chinesischen Außen- und Sicherheitspolitik
2: Frau Dr. Bian Shuwen zum Thema Ziele der chinesischen internationalen Finanzpolitik
3: Oberst a.D. Carlo Schnell zum Thema Militärische Ziele Chinas

Ort: Haus Horchheimer Höhe – Soldatenfreizeitheim (Clubraum) - von-Galen-Str. 1-5 , 56076 Koblenz
Organisator: Oberst a.D. Carlo Schnell , Sektionsleiter GSP-Sektion Koblenz, sektion-koblenz@gsp-sipo.de


Koblenz. Am 28. Oktober 2025 stand im Koblenzer „Soldatenheim“ das Thema „Bedroht die Volksrepublik China unsere Sicherheit?“ im Mittelpunkt. In drei Kurzvorträgen wurden die Gäste kompetent informiert. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde sich dem Thema weiter genähert.

Im Einzelnen:

Prof. Dr. Dirk Schmidt von der Universität Trier (Lehrstuhl für Politik und Wirtschaft Chinas) erläuterte das Verhältnis des Westens zu China anhand folgender These: „Die VR China ist eine völlig neuartige Bedrohung für unsere Sicherheit und unseren Wohlstand. Deutschland, die EU und der Westen insgesamt sind auf diese Bedrohung nicht vorbereitet“. Schmidt sieht die VR China auf der „Siegerstraße“, ließ aber die Frage, ob China nach globaler Vorherrschaft oder nur nach internationaler Absicherung der eigenen Herrschaft strebt, offen.

Frau Dr. Bian Shuwen beleuchtete die Finanzpolitik Chinas. Im Kern will China die volle Währungssouveränität (eigenständiges Zahlungsmittel, eigene Geldpolitik, Möglichkeit der Einflussnahme auf die Wechselkurse) behalten. Die Frage, ob China den Dollar als Weltleitwährung ablösen wird, blieb offen. Sicher sei aber, dass der chinesische Yuan in Zukunft eine größere Rolle spielen soll und wohl auch wird. Offensichtlich sind die bisher angewandten Maßnahmen der chinesischen Geldpolitik in Linie mit den Vorgaben der internationalen Finanzbehörden.

Zum Schluss stellte Oberst a.D. Carlo Schnell in einem Kurzvortrag die Leistungsfähigkeit des chinesischen Militärs dar und stellte sie den vermuteten chinesischen regionalen und globalen Absichten gegenüber. Die Volksbefreiungsarmee hat sich in den letzten 20 Jahren von einer Territorialarmee hin zu einer modernen, leistungsfähigen, in Ansätzen auch projektionsfähigen Armee gewandelt. Die Rüstungsindustrie im Land produziert mittlerweile in vielen Bereichen eigenständig hochmoderne Kriegsmittel, die vor allem zwei Ziele unterstützen sollen: Falls erforderlich, für die Vereinigung mit Taiwan notfalls auch militärische Optionen zur Verfügung zu haben und gleichzeitig die USA durch modernste Waffen auf Abstand halten zu können. Es bleiben allerdings Zweifel, ob diese Maßnahmen kurz- und mittelfristig ausreichend sein werden, die USA in ihrer globalen Führerschaft ablöse zu können.

Nach den Kurzvorträgen wurden die angesprochenen Themen in einer Podiumsdiskussion weiter besprochen. Insgesamt konnten vielen Fragen beantwortet werden und damit die „Blackbox“ China wenigstens in Ansätzen etwas geöffnet werden.

Am Schluss waren sich alle einig, dass eine direkte Bedrohung der Sicherheit Deutschlands derzeit nur indirekt dadurch besteht, dass kriegerische Auseinandersetzungen in Ostasien (Taiwankrieg oder/und China-USA-Konflikt) dramatische Auswirkungen auf Deutschland und Europa haben würden.


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