Die Komplexität und die Zusammenhänge der Unsicherheitsfaktoren sind im öffentlichen Bewusstsein trotz längeren Bemühens kaum verankert. Der sicherheitspolitische Diskurs findet immer noch weitgehend exklusiv in einem kleinen Kreis von Experten im Verteidigungsressort, dem Auswärtigen Amt, einem Teil der politischen Wissenschaft und nur wenigen Arbeitskreisen und Gruppierungen statt.
Die Einbeziehung relevanter Expertise aus z.B. Technologie-, Wirtschafts- und Geowissenschaften findet kaum statt. Das war ein Fazit nach der Münchner Sicherheitskonferenz 2014. Heute schreiben wir 2018 und fragen uns, ob Besserung eingetreten ist.
Ja, zumindest ist uns die Komplexität bewusster geworden: So geht die Betrachtung vom Sicherheitsbegriff und Aspekten der Völkerrechtsordnung aus, betrachtet kollektive Sicherheit und nationale Alleingänge und leitet daraus globale Herausforderungen ab, die von der Ukraine-Krise und Terrorgefahren über Risiken im Cyber-Raum, im Energiesektor und im Gesundheitswesen bis hin zur Umwelt und Ernährungssicherung reichen. Die Implikationen für Deutschland werden primär als Verantwortung wie Herausforderung beschrieben.