Sektion Saar
Das Verhältnis Putins zu Israel und der Einfluss Russlands auf den Nahost-Konflikt
Wie Russland den Nahost Konflikt propagandistisch gegen Deutschland nutzt!
Paul-Lincke-Str. 20 (Büro), 66113 Saarbrücken
PD Robert Tachtler, Leiter Bundespolizei Saarland; Anne Yliniva-Hoffmann, Bürgermeisterin Gemeinde Überherrn, Oberst Uwe Staab, Kommandeur Landeskommando Saarland (leicht verdeckt)
Dr. Alexander Friedman
v.l.n.r. LtdPD a.D. Detlef W. Karioth, Alwin Theobald, stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU im saarländischen Landtag, Dr. Alexander Friedman
Mit gewohnt fachlicher Tiefe erläuterte Dr. Alexander Friedman den Aufstieg eines Wladimir Putin und seines Netzwerkes in Russland sowie sein Verhältnis zum Staat Israel und den Juden.
Putin steht angesichts der jüngsten Eskalation im Nahen Osten insbesondere nach dem Angriff Israels auf die iranischen Atomanlagen vor komplexen geopolitischen Herausforderungen. Der Nahost-Konflikt lenkt in erster Linie die Aufmerksamkeit auf den Krisenbereich Israel – Hamas – Hizbollah – Iran und Yemen, folglich weg von Putins Angriffskrieg auf die Ukraine. Nach dem Fall des Assad Regimes muss Putin versuchen seine Rolle als Akteur in der Nahost‐Region neu zu definieren und würde sich gerne als Partner und Verhandler positionieren.
Wladimir Putin und sein Verbündeter Alexander Lukaschenko warnen vor dem Aufstieg des Faschismus in Europa, Moskau stilisiert die Bundesrepublik zum Mentor und Financier „ukrainischer Nazis“, stellt den Alt-Bundeskanzler Olaf Scholz und seinen Nachfolger Friedrich Merz als „erbitterte Nachkommen von Nazis“ dar und unterstellt Berlin die Absicht, sich für die Niederlage 1945 rächen zu wollen.
Er bezeichnet den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj öffentlich als „Schande des jüdischen Volkes“ und vergleicht den israelischen Krieg im Gazastreifen mit der Leningrader Blockade, die für ihn offenbar das schlimmste nationalsozialistische Verbrechen darstellt.
Nachdem das Assad Regime, ein treuer Verbündeter Russlands, zugleich die Grundlage bietend für russische Aktivitäten aus dem Marinestützpunkt Tartus heraus, gefallen ist und der Vertrag durch die neuen Machthaber gekündigt wurde, verliert Russland seinen einzigen zuverlässigen Logistik- und Nachschubknotenpunkt im Mittelmeer, was seine Möglichkeiten, Marineoperationen in der Region aufrechtzuerhalten, erheblich einschränkt.
Durch den Angriff auf die Atomanlagen des Iran und die fehlende Unterstützung durch Russland hat sich Iran, enttäuscht aber schnell, China zugewandt.
Putin bietet sich dem amerikanischen Präsidenten als Verhandler im Nahost-Konflikt an, was sowohl von den USA als auch von den Europäern abgelehnt wird.
Der rückwärtsgewandte Putin scheint eher eine gewisse „Chaos-Theorie“ zu bevorzugen, mit der er nur eines im Sinn hat, die Ablenkung der Staatengemeinschaft vom Angriffskrieg auf die Ukraine.
Ein hochspannender Vortrag von Alexander Friedman, der seine Thesen auch in zwei Gastbeiträgen einmal im „Luxemburger Wort“ mit dem Thema „Die iranisch-russische Achse befindet sich auf dem Prüfstand“ und in „The Pioneer“ mit dem Thema „Sind Russen die „neuen Juden“? ausführlich beschrieben hat.
Besonders gefreut hat mich bei unserer Veranstaltung das Interesse und die Präsenz von Vertretern der Landespolitik, der Kommunalpolitik, von Sicherheitsbehörden und der Synagogengemeinde Saarland.