Sektion Saar

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Donnerstag, 10.07.2025 - 18:30

Das Verhältnis Putins zu Israel und der Einfluss Russlands auf den Nahost-Konflikt

Wie Russland den Nahost Konflikt propagandistisch gegen Deutschland nutzt!

Der Terrorangriff der Hamas auf Israel und das Wiederaufleben eines heißen Nahost ‐ Konfliktes im Oktober 2023 führte zur Aufmerksamkeit der regionalen Akteure, sowie der globalen Gemeinschaft. Insbesondere Russlands Reaktion wird mit Argusaugen verfolgt. Russland, als Rechtsnachfolgestaat der Sowjetunion, hat eine tief verwurzelte Geschichte im Nahen Osten.

Wladimir Putin äußerte die Notwendigkeit der Souveränität eines palästinensischen Staates. Er kritisierte die Bemühungen der USA und betonte mit einer gewissen Befriedigung, dass die USA, trotz ihrer angeblichen weitreichenden Überwachungskapazitäten, nicht fähig gewesen seien, Israel vor dem Überfall der Hamas zu schützen.

Ende Oktober 2023 waren sowohl der stellvertretende iranische Außenminister Ali Bageri Kani wie auch eine Delegation der Hamas zu Gast in Moskau. Die russischen Staatsmedien zeigten eher die Leiden der palästinensischen Bevölkerung im Gaza als die israelischen Terroropfer.

Doch Wladimir Putin hält nach wie auch vor Kontakt zum israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu aufrecht, wohlwissend, dass die Beziehungen Russlands zu den arabischen Staaten und Israel komplex sind.

Russland steht angesichts der jüngsten Eskalation im Nahen Osten vor komplexen geo-politischen Herausforderungen. Fest steht, dass der Terrorangriff der Hamas auf Israel und der wieder aufgeflammte Nahost‐Konflikt die Aufmerksamkeit von der Ukraine in den Nahen Osten verlagert hat, und dies im russischen Interesse liegt. Darüber hinaus ist Russland bestrebt, seine Rolle als Akteur in der Nahost‐Region zu festigen, der in der Lage ist, mit
unterschiedlichen Parteien zu interagieren.

Russland nutzt den Nahost-Konflikt auch propagandistisch, um Deutschland als Israel-hörigen Staat zu diskreditieren, der unreflektiert die israelische Regierung in ihrem Kampf gegen die Hamas unterstützt.

Vortrag und Diskussion
Referent: Dr. Alexander Friedmann , Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes und an der HHU Düsseldorf, Publizist u.a. bei der Jüdischen Allgemeinen Zeitung und bei der Deutschen Welle
Ort: Offizierheim Saarlouis neben der Graf-Werder-Kaserne - Wallerfangerstraße 33 , 66740 Saarlouis
Organisator: Detlef W. Karioth , Leitender Polizeidirektor a.D. , detlef.karioth@gsp-sipo.de
Paul-Lincke-Str. 20 (Büro), 66113 Saarbrücken 
Ein Referent präsentiert vor Zuhörern, mit einer historischen Projektion und einem GSP-Banner 'Frieden sichern Freiheit bewahren'.

PD Robert Tachtler, Leiter Bundespolizei Saarland; Anne Yliniva-Hoffmann, Bürgermeisterin Gemeinde Überherrn, Oberst Uwe Staab, Kommandeur Landeskommando Saarland (leicht verdeckt)

Ein Mann präsentiert mit Laptop, eine Leinwand zeigt israelische Flaggennachrichten, daneben ein GSP-Banner.

Dr. Alexander Friedman

Drei lächelnde Männer stehen in einem Raum mit einem GSP-Banner und einem projizierten Nachrichtenartikel.

v.l.n.r. LtdPD a.D. Detlef W. Karioth, Alwin Theobald, stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU im saarländischen Landtag, Dr. Alexander Friedman


Mit gewohnt fachlicher Tiefe erläuterte Dr. Alexander Friedman den Aufstieg eines Wladimir Putin und seines Netzwerkes in Russland sowie sein Verhältnis zum Staat Israel und den Juden. 

Putin steht angesichts der jüngsten Eskalation im Nahen Osten insbesondere nach dem Angriff Israels auf die iranischen Atomanlagen vor komplexen geopolitischen Herausforderungen. Der Nahost-Konflikt lenkt in erster Linie die Aufmerksamkeit auf den Krisenbereich Israel – Hamas – Hizbollah – Iran und Yemen, folglich weg von Putins Angriffskrieg auf die Ukraine. Nach dem Fall des Assad Regimes muss Putin versuchen seine Rolle als Akteur in der Nahost‐Region neu zu definieren und würde sich gerne als Partner und Verhandler positionieren. 

 Wladimir Putin und sein Verbündeter Alexander Lukaschenko warnen vor dem Aufstieg des Faschismus in Europa, Moskau stilisiert die Bundesrepublik zum Mentor und Financier „ukrainischer Nazis“, stellt den Alt-Bundeskanzler Olaf Scholz und seinen Nachfolger Friedrich Merz als „erbitterte Nachkommen von Nazis“ dar und unterstellt Berlin die Absicht, sich für die Niederlage 1945 rächen zu wollen.

Er bezeichnet den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj öffentlich als „Schande des jüdischen Volkes“ und vergleicht den israelischen Krieg im Gazastreifen mit der Leningrader Blockade, die für ihn offenbar das schlimmste nationalsozialistische Verbrechen darstellt.

Nachdem das Assad Regime, ein treuer Verbündeter Russlands, zugleich die Grundlage bietend für russische Aktivitäten aus dem Marinestützpunkt Tartus heraus, gefallen ist und der Vertrag durch die neuen Machthaber gekündigt wurde, verliert Russland seinen einzigen zuverlässigen Logistik- und Nachschubknotenpunkt im Mittelmeer, was seine Möglichkeiten, Marineoperationen in der Region aufrechtzuerhalten, erheblich einschränkt. 

 Durch den Angriff auf die Atomanlagen des Iran und die fehlende Unterstützung durch Russland hat sich Iran, enttäuscht aber schnell, China zugewandt. 

Putin bietet sich dem amerikanischen Präsidenten als Verhandler im Nahost-Konflikt an, was sowohl von den USA als auch von den Europäern abgelehnt wird. 

Der rückwärtsgewandte Putin scheint eher eine gewisse „Chaos-Theorie“ zu bevorzugen, mit der er nur eines im Sinn hat, die Ablenkung der Staatengemeinschaft vom Angriffskrieg auf die Ukraine. 

Ein hochspannender Vortrag von Alexander Friedman, der seine Thesen auch in zwei Gastbeiträgen einmal im „Luxemburger Wort“ mit dem Thema „Die iranisch-russische Achse befindet sich auf dem Prüfstand“ und in „The Pioneer“ mit dem Thema „Sind Russen die „neuen Juden“? ausführlich beschrieben hat. 

Besonders gefreut hat mich bei unserer Veranstaltung das Interesse und die Präsenz von Vertretern der Landespolitik, der Kommunalpolitik, von Sicherheitsbehörden und der Synagogengemeinde Saarland.