Sektion Saar
Innere Sicherheit - Präventive Verhaltenserkennung im öffentlichen Raum
Diese sicherheitspolitische Veranstaltung führen wir in bewährter Kooperation mit dem Verband der Reservisten der Bundeswehr e.V. Landesgruppe Saarland, dem Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) Saarland und der Deutsche Atlantische Gesellschaft durch.
Seit 2002 war er im Bereich der Konzeptionierung des Trainings der Flugsicherheitsbegleitern an Bord deutscher Luftfahrzeuge tätig sowie anschließend weltweit operativ als „Skymarshall“ im Einsatz.
Seit 2010 wirkte er in internationalen Arbeitsgruppen im Bereich Luftsicherheit zur Erarbeitung von EU-Standards zum Thema Verhaltensdetektion, Implementierung der Verhaltensdetektion im Bereich der Bundes- und Landespolizeien, sowie Beratung und Vortragsreihen an der Hochschule der Polizei in Hiltrup mit.
Von 2015 bis 2021 vertrat er die Bundespolizeiakademie in einem Forschungsprojekt der Bundespolizei zum Thema der polizeilichen Verhaltenserkennung.
Seit 2021 engagiert es sich gemeinsam mit zwei Psychologinnen im eigenen Unternehmen mit der Durchführung von Fortbildungs- und Trainingsmaßnahmen für Sicherheitsbehörden sowie Industrie- und Wirtschaftsunternehmen.
Paul-Lincke-Str. 20 (Büro), 66113 Saarbrücken
v.l.n.r. Oliver Groll, IHK Saarland; Detlef W. Karioth, GSP Sektionsleiter Saar; Ralf Krüger, RKS, Referent; Dr. Martin Kopf-Giammanco, DAI Saarland; Dr. Horst Dörrenbächer, DAG
v.l.n.r. Detlef W. Karioth und Ralf Krüger bei der Q&A Session
Ralf Krüger
Wie kann man sich vor Angriffen und Übergriffen schützen, das individuelle Risiko minimieren?
Die Präventive Verhaltenserkennung (PVE) schult die Fähigkeit des Erkennens von einem abweichenden Verhalten im öffentlichen Raum, dass auf eine delinquente und kriminelle Absicht einer Person deuten könnte und reduziert sog. „Racial Profiling“.
In dieser spannenden und packenden Veranstaltung erläuterte Ralf Krüger, ehemaliger Bundespolizeibeamter und Experte für Verhaltenserkennung/ Awareness-Training den zentralen Abgleich zwischen normalem Kontextverhalten und sichtbaren Abweichungen, die Hinweise auf Stress, Unsicherheit oder innere Konflikte geben können. Das Verfahren ist verhaltensorientiert und diskriminierungsfrei und richtet sich an alle Organisationen, die ihre Wahrnehmungs- und Awareness-Kompetenz stärken möchten. Er veranschaulichte die Rolle der Spiegelneuronen als intuitive Wahrnehmung, die Bewusstmachung dieser Fähigkeiten und die Verknüpfung mit strukturierter Beobachtung. Hinzu kommen Intuition als Zusammenspiel aus Erfahrung, unbewusster Analyse, Körperwahrnehmung, Spiegelneuronen und Kontextwissen. Das bekannte „Bauchgefühl“ signalisiert uns, dass etwas nicht stimmig ist. Hinzu kommen Kinesik, „Baseline“ und Divergenzen sowie Adaptoren und sog. „Arousal“, ein physiologischer Erregungszustand, der durch Adrenalin und Noradrenalin beeinflusst wird.
Die Baseline beschreibt das typische Verhalten eines Kontextes – etwa an Bahnhöfen, in Einkaufsbereichen oder Eingangs- und Wartezonen. Eine Divergenz ist eine sichtbare Abweichung von diesem Normalverhalten.
Präventive Verhaltenserkennung bedeutet bewusstes Hinsehen, Einordnen und menschliches Verstehen. Der Leitgedanke lautet: „Hinsehen – Einordnen – Verstehen – Handeln, wenn nötig.“ Nicht dramatisieren, nicht stigmatisieren – sondern klare, ruhige und menschenorientierte Prävention.
Die international bekannte Kampagne „If you see something – say something!“ bringt das Grundprinzip präventiver Aufmerksamkeit auf den Punkt: Wer etwas Auffälliges wahrnimmt, soll es nicht ignorieren, sondern sachlich und unaufgeregt weitergeben. Die Qualität der Meldung steigt, wenn Beobachtende über Intuition, Bauchgefühl, Spiegelneurone, Arousal und sichtbare Verhaltensindikatoren informiert sind.
Über eine praktische Darstellung anhand von Videosequenzen fesselte Ralf Krüger die Zuhörer über zwei Stunden. Das eindeutige Fazit der Teilnehmer und unserer Kooperationspartner, die Veranstaltung war hochspannend und für jeden gewinnbringend in alltäglichen Situationen.
Eine packende Veranstaltung gemeinsam mit unseren Kooperationspartner, dem Deutsch-Amerikanischen-Institut (DAI) Saarland, der Deutsche Atlantische Gesellschaft (DAG) und dem Reservistenverband Landesgruppe Saarland.