Sektion Ostwürttemberg

Sektion Ostwürttemberg

Dienstag, 24.03.2026 - 18:30

Gesundheitssystem Deutschland - resilient für die Landes- und Bündnisverteidigung?

Vortrag und Diskussion
Referent: Generalarzt Prof. Dr. Benedikt Friemert , Ärztlicher Direktor und Kommandeur des Bundeswehrkrankenhaus Ulm

Benedikt Friemert ist Generalarzt der Bundeswehr, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Professor für Chirurgie. Nach seinem Eintritt in die Bundeswehr 1983 absolvierte er Studium, Facharztausbildung und Promotion in Köln und entwickelte sich zu einem der profiliertesten Vertreter der militärischen une zivilen Unfallchirurgie in Deutschland.
Er war in zahlreichen Auslandseinsätzen u. a. im Kosovo, in Afghanistan, Mali und am Horn von Afrika eingesetzt und verfügt über umfassende Erfahrung in Einsatz-, Katastrophen- und Traumachirurgie. Seit November 2024 ist er Leitender Ärztlicher Direktor und Kommandeur des Bundeswehrkrankenhauses Ulm.

Ort: Reinhardt-Kaserne, Olga-Saal - Reinhardtstraße 6 (früher: Hohenstaufenstraße 2a) , 73479 Ellwangen (Jagst)
Organisator: Gerhard Ziegelbauer , Sektionsleiter Ostwürttemberg, gerhard.blitz@web.de
Rispenweg 4, 73749 Ellwangen  07961 / 55567
Ein uniformierter Offizier präsentiert auf einer Konferenz, dahinter eine Folie zu Militärkrankenhausbetrieb und Katastrophenschutz.

Generalarzt Prof. Dr. Benedikt Friemer und SL Ziegelbauer

Zwei Männer, einer in Militäruniform mit Medaillen und Brille, der andere in schwarzem Anzug, stehen lächelnd in einem Raum.

Generalarzt Prof. Dr. Benedikt Friemer und SL Ziegelbauer

Sprecher am Bundessprachenamt-Podium, Präsentation: Gesundheitssystem Deutschland – resilient für Landes- und Bündnisverteidigung.

SL Gerhard Ziegelbauer bei der Einführung zum Vortrag


Volles Haus in der Reinhardt-Kaserne: Generalarzt Prof. Dr. Benedikt Friemert mahnt zu mehr Resilienz im Gesundheitswesen

Ellwangen. Ein bis auf den letzten Platz gefüllter Olgasaal, hochkarätige Gäste und ein Thema von drängender Aktualität: Der Vortrag von Generalarzt Prof. Benedikt Friemert in der Reinhardt-Kaserne hat eindrucksvoll gezeigt, wie sehr Fragen der medizinischen Versorgung heute auch Fragen der Sicherheitspolitik sind.

Auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik Ostwürttemberg sprach der Ärztliche Direktor und Kommandeur des Bundeswehrkrankenhaus Ulm vor einem außergewöhnlich großen Publikum über die Widerstandsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems in Zeiten zunehmender Krisen und hybrider Bedrohungen. Bereits zur Eröffnung begrüßte Martina Braun, Referatsleiterin des Bundessprachenamts Süd, die zahlreichen Gäste und unterstrich die Bedeutung des Themas für Gesellschaft und Staat. Auch der direkt gewählte Landtagsabgeordnete Winfried Mack sowie Vertreter der Bergwacht Schwäbisch Gmünd waren unter den Anwesenden. Der Sektionsleiter der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Gerhard Ziegelbauer, zeigte sich in seiner Begrüßung erfreut über den Besuch des renommierten Militärmediziners und betonte die zentrale Rolle einer resilienten Bundeswehr ebenso wie einer widerstandsfähigen Zivilgesellschaft.

In seinem Vortrag zeichnete Generalarzt Friemert ein klares Bild der aktuellen Lage: Die Gesellschaft und damit auch die Krankenhäuser geraten zunehmend ins Visier von Cyberangriffen, Sabotage und Desinformation. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr wie auch der Zivilgesellschaft, nicht zuletzt durch die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa. Mit eindrücklichen Beispielen aus seinen Auslandseinsätzen im Kosovo, in Afghanistan, Mali und am Horn von Afrika machte Friemert deutlich, wie wichtig funktionierende medizinische Strukturen im Krisen- und Verteidigungsfall sind. Seine zentrale Botschaft: Deutschland muss seine Resilienz stärken, und zwar umfassend.

„Awareness ist der erste Schritt“, machte Friemert deutlich. Eine gut vorbereitete Gesellschaft könne auf Krisen schneller und effektiver reagieren. Dabei sei klar zwischen militärischen und zivilen Zuständigkeiten zu unterscheiden. Für die Landes- und Bündnisverteidigung ist die gesamte Gesellschaft gemeinsam verantwortlich. Nur ein Zusammenwirken der militärischen Verteidigung (Bundeswehr) und der zivilen Verteidigung, die vornehmlich in der Hand des Bundes in Form des Zivilschutzes zu finden ist, kann die Landes- und Bündnisverteidigung erfolgreich gelingen. Gerade deshalb, so Friemert, komme der engen Verzahnung zwischen militärischen und zivilen Akteuren eine Schlüsselrolle zu. Nur durch abgestimmtes und gemeinsames Handeln könnten komplexe Krisenszenarien erfolgreich bewältigt werden.

Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse und die hohe Relevanz des Themas. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum unterstrichen die wachsende Sensibilität für Sicherheits- und Versorgungsfragen in der Region.

Der Abend in der Reinhardt-Kaserne machte deutlich, dass Sicherheit längst nicht mehr nur an den Grenzen beginnt, sondern auch in Krankenhäusern, Leitstellen und in der Mitte der Gesellschaft.

Pressebericht der Ipf- und Jagst-Zeitung

Pressebericht der Schwäbischen Post

 


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