Sektion Ulm

Sektion Ulm

Dienstag, 15.07.2025 - 19:00

Berichte aus dem Einsatz: Verstärktes Air Policing Baltikum im zeitlichen Wandel

Kooperationsveranstaltung der GSP-Sektion Ulm mit der Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT)

Vortrag und Diskussion
Referent: Major Sven Wiese , Fähigkeitsmanager Luftraumüberwachung im Kommando Luftwaffe
Ort: Casino Rommelkaserne - Auf dem Lerchenfeld 1 , 89160 Dornstadt
Organisator: Oberstleutnant a.D. Wolfgang Goetze goetze.w@gmail.com
07348 / 948299


Nachbericht zur sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung „Verstärktes Air Policing Baltikum im zeitlichen Wandel“ 

Am Dienstag, den 15. Juli 2025, fand im Casino der Rommelkaserne in Dornstadt eine sicherheitspolitische Fachveranstaltung zum Thema „Verstärktes Air Policing Baltikum im zeitlichen Wandel“ statt. Die Veranstaltung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) – Sektion Ulm in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) – Sektion Ulm, dem Deutschen Bundeswehrverband (DBwV) – Bezirk Donau-Neckar-Bodensee sowie der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (DGWMP) durchgeführt.

Fachlicher Impulsvortrag von Oberstleutnant Sven Wiese

Als Referent konnte Oberstleutnant Sven Wiese vom Kommando Luftwaffe gewonnen werden. In seiner Funktion als Fähigkeitsmanager für taktische Datenlinks, Systeme der taktischen Führung (STF), Identifikation (ID) und Luftraumüberwachung verfügt er über umfangreiche Einsatzerfahrung in multinationalen Kontexten. Frühere Verwendungen als Mastercontroller im Deployable Control and Reporting Center (DCRC) Ämari/Estland (2024) und als Jägerleitoffizier in Lielvarde/Lettland (2017/2018) gaben dem Vortrag eine besonders praxisnahe Perspektive.

Gliederung des Vortrags

Der Vortrag gliederte sich in drei inhaltlich klar strukturierte Abschnitte:

  1. Einordnung des Einsatzraumes und sicherheitspolitische Lage im Baltikum
    Zu Beginn erfolgte eine umfassende Analyse der sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen im Baltikum. Dabei ging Oberstleutnant Wiese insbesondere auf die geostrategische Lage der baltischen Staaten, historische Entwicklungen seit 2004 sowie aktuelle Bedrohungsszenarien ein. Die Nähe zur Russischen Föderation, hybride Einflussnahmen und die Bedeutung permanenter Luftraumüberwachung wurden als zentrale Aspekte hervorgehoben.

  2. Strukturen, Kräfte und Strategien der NATO im Rahmen des Air Policing
    Im zweiten Teil beleuchtete der Referent die operative Umsetzung der NATO-Mission „Air Policing Baltikum“. Thematisiert wurden die Organisation der Einsatzrotationen, die technische Ausstattung, Verfahren der Luftraumüberwachung sowie die Rolle der Control and Reporting Centers (CRC). Besonders betont wurde das Konzept des Deployable Control and Reporting Centers (DCRC) „Red Hawk“, das in der Lage ist, flexibel und lageangepasst Führungsfähigkeit vor Ort sicherzustellen.

  3. Persönliche Erfahrungen aus dem Einsatz im DCRC
    Abschließend berichtete Oberstleutnant Wiese aus erster Hand von seinen Erfahrungen im multinationalen Einsatzbetrieb. Anhand konkreter Beispiele veranschaulichte er die Herausforderungen und Besonderheiten der Jägerleitung in Echtzeit, die Koordination mit internationalen Partnern sowie die operative Bedeutung des CRC als Bindeglied zwischen Luftraumüberwachung und luftgestütztem Einsatz.

Diskussion und Ausblick

In der anschließenden Fragerunde nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zu vertiefenden Nachfragen. Dabei wurde deutlich, dass die Rolle der Luftwaffe im östlichen NATO-Gebiet angesichts der aktuellen Sicherheitslage von hoher Relevanz ist. Die sachliche und fundierte Darstellung durch den Referenten ermöglichte einen umfassenden Einblick in ein strategisch bedeutendes Themenfeld.

Die Veranstaltung war geprägt von einem hohen fachlichen Niveau und regem Austausch. Sie unterstrich einmal mehr die Bedeutung kontinuierlicher sicherheitspolitischer Information und Diskussion – insbesondere in einer Zeit wachsender sicherheits- und verteidigungspolitischer Herausforderungen.

Autor: Dr. Steffen Lutz, Sektionsleiter der DWT Ulm

 


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