Sektion Ulm

Sektion Ulm

Montag, 14.10.2024 - 19:00

Das Kommando Spezialkräfte – Auftrag, Ausstattung, Einsatzspektrum unter dem Aspekt der Zeitenwende

Vortrag und Diskussion
Referent: Oberstleutnant Kieron Kleinert , Pressesprecher KSK, Abteilung InfoA und Kommunikation
Ort: Casino Rommelkaserne - Auf dem Lerchenfeld 1 , 89160 Dornstadt
Organisator: Oberstleutnant a.D. Wolfgang Goetze goetze.w@gmail.com
07348 / 948299
Fünf Männer, davon zwei in Bundeswehr-Uniform, stehen vor Bannern des Deutschen BundeswehrVerbands und der GSP.

von li nach re: OStFw a.D. Lott (DBwV), OTL Kleinert (PrStOffz KSK), Dr. Trelle (DWT Ulm), OTL a.D. Goetze (GSP Ulm), OTL a.D. Rauch (Vors. LV Süd DBwV)

Mann in deutscher Militäruniform spricht an Rednerpult vor Publikum; 'Grundgesetz' auf einer Leinwand zu sehen.


Nachbericht zur Veranstaltung am 14. 10. 2024 bei der GSP-Sektion Ulm

Das Kommando Spezialkräfte und die Zeitenwende

Die sicherheitspolitische Veranstaltung der Kooperationspartner Deutscher BundeswehrVerband (DBwV), Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) Sektion Ulm und der Gesellschaft für Deutsche Wehrtechnik (DWT) Sektion Ulm unter Leitung von Bezirksvorsitzendem Oberstabsfeldwebel a.D. Harald Lott gab einen Einblick in das Kommando Spezialkräfte (KSK) in Calw. Dabei war die Frage zu beantworten, wie sich die Zeitenwende mit der Fokussierung auf Bündnis- und Landesverteidigung auf das Aufgabenspektrum des KSK ausgewirkt hat.

Deutschland braucht eigene Spezialkräfte

Pressesprecher Oberstleutnant Kieron Kleinert nahm die über 150 Teilnehmer zunächst mit in die Entstehungsgeschichte von Spezialkräften im Allgemeinen und des KSK im Besonderen. Soldaten der Spezialkräfte zeichnet aus, dass sie besonders ausgewählt, ausgebildet und ausgerüstet, psychisch stabil und physisch äußerst belastbar sind. Als Hochwertressource kommen Spezialkräfte zum Einsatz gegen strategisch oder operativ hochwertige Ziele. Das KSK mit seinen ca. 1.500 Soldaten wie auch andere Spezialkräfte der Bundeswehr– werden entgegen denen bei Polizei und Zoll – von der politischen und militärischen Führung Deutschlands ausschließlich für Einsätze außerhalb Deutschlands und mit Beschluss des Parlaments eingesetzt. Dass Deutschland als souveräner Staat eigene Spezialkräfte braucht, zeigte die Rückschau in die Geschichte in das Jahr 1994 auf den Bürgerkrieg in Ruanda, wo es nur mit Hilfe befreundeter Länder möglich war, deutsche Staatsbürger aus dem Krisengebiet zu befreien. Noch im gleichen Jahr erging der Auftrag, das KSK aufzustellen.

Das Aufgabenspektrum des KSK

Es brauchte viele Jahre zum Aufbau des KSK. Auch heute ist eine harte, fordernde Ausbildung und der ständige enge Austausch mit Spezialkräften befreundeter Nationen ein Schlüssel für den Erfolg. In scharfen Einsätzen seit 1998 - vom KOSOVO bis in Afghanistan - oft unbemerkt durch die Öffentlichkeit, haben sich KSK-Soldaten bewährt. Das Aufgabenspektrum umfasst u.a. die Festsetzung von Kriegsverbrechern, Rettung deutscher Staatsbürger aus Krisengebieten, Befreiung von Geiseln und das Gewinnen von Schlüsselinformationen für die strategische/operative Führungsebene.

Die Fokussierung auf Bündnis- und Landesverteidigung mit der Zeitenwende habe am Aufgabenspektrum nichts wesentlich geändert, so Kleinert. Eine noch stärkere Integration in die NATO, die Konzentration auf das Einsatzgebiet des erweiterten Ostseeraumes und die Unterstützung der ukrainischen Spezialkräfte bei der Ausbildung in Deutschland sind die deutliche Folge der veränderten Sicherheitslage.

Das Interesse an mehr Details zum KSK war bei den Teilnehmern geweckt – wie die vielen Fragen zeigten. Sei es an der Ausbildung, an der speziellen Ausrüstung, dem Frauenanteil, aber auch zur Versorgung bei Verwundung oder Dienstzeitende oder die Anerkennung der Leistungen der Soldaten - offen beantwortete der Pressesprecher die Fragen. Erstaunt nahmen die Zuhörer zur Kenntnis, dass das Potential für die Personalgewinnung nicht geringer sei als vor der Zeitenwende, wenngleich weniger den Aufnahmetest bestehen.

Der Pressesprecher endete mit einer Einladung in das öffentlich zugängliche KSK-Besucherzentrum vor der Kaserne in Calw, welches die historischen und aktuellen Leistungen des KSK sowie deren Umgang mit vergangenen Vorkommnissen dokumentiert.

Autor: OTL a.D. Ingo Kaminsky
Fotos: OTL a.D. Ingo Kaminsky


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