Sektion Ulm
Gamechanger KI – Was Künstliche Intelligenz heute schon kann
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Dipl. Informatiker Buchenscheit , Foto: Frau Gramlich-Goetze
Sektionsleiter Goetze, Foto: OFA PD Dr. Mühlmeier
von li: OFA PD Dr. Mühlmeier (StvSL), Frau Lauhöfer (Europe Direct Ulm), OTL a.D. Goetze (SL Ulm), Dipl. Informatiker Buchenscheit, OSF a.D. Lott (DBwV, D-N-B), OSA Dr. Förster (DGWMP), Foto: Frau Gramlich-Goetze
Gamechanger KI – Was Künstliche Intelligenz heute schon kann
Dornstadt, 26.2.2025. Im vollbesetzten Bürgersaal in Dornstadt zeigte Andreas Buchenscheit, Diplom-Informatiker, Geschäftsführer und Gründer der Ulmer Firma CORTEX media GmbH sehr eindrucksvoll Realisierungen, Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven von KI. Der Vortrag war nicht techniklastig, sondern Buchenscheit brachte eine Vielzahl von schier unglaublichen KI-Beispielen, die er den staunenden Zuhörern quasi live auf der Leinwand präsentierte.
Der Redner begann mit der Feststellung, KI sei erst am Beginn, im Anfangsbereich einer exponentiellen Kurve. Sundar Pichai, CEO von Alphabet (Google) meinte sogar, KI sei wichtiger als die Erfindung des Feuers oder der Elektrizität.
Und dann ging es los mit Beispielen, die die rasante technologische Entwicklung verdeutlichten: 100.000 Cray-Computer (1979 der schnellste Rechner der Welt) stecken heute in einem iPhone, Apple ist mit „Applewatch“ nach neun Monaten zum größten Uhrenverkäufer der Welt aufgestiegen und das bekannte „Schreib“-Programm ChatGPT wurde in sieben Wochen von 100. Millionen Menschen genutzt – das Telefon brauchte dazu 70 Jahre. KI werde heute schon häufig in der Medizin eingesetzt, oft unbemerkt (z.B. bei bildgebenden Verfahren wie Mammographie oder Ultraschall) oder bewusst beim Lasern der Augen. Und dennoch: Eine Umfrage habe ergeben, dass 65% aller Europäer lieber eine schlechte „menschliche“ Behandlung als eine KI-gestützten Anwendung vorziehen würden.
Während man vor acht Jahren KI-generierte Porträts sofort erkannte, sieht man es heutigen Gesichtsaufnahmen nicht mehr an. Schwarz-Weiß-Fotos lassen sich mit Farbe aufhübschen und die abgebildete Person lässt sich sogar bewegen, was Buchenscheit am Beispiel eines Fotos seines verstorbenen Opas zeigte: Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen, denn wenn Angehörige längst verstorbene Familienmitglieder plötzlich in Bewegung sehen, kann das auch tief berührende Emotionen auslösen.
Auf der anderen Seite lassen sich Fotos mit KI so manipulieren, dass man heute schon kaum noch „naiv“ an die Echtheit einer Aufnahme glauben sollte: Hochkant aufgenommene Handy-Fotos lassen sich mühelos so erweitern, so dass man sie ohne schwarze Balken am Bildschirm ansehen kann. Personen oder andere Bildelemente verschwinden, ohne dass man es bemerkt.
Buchenscheit erwähnte auch das Programm „Deepl“ (www.deepl.com), das jeder am eigenen PC ausprobieren kann und damit seine Texte verbessern oder in eine von 32 (!) Sprachen übersetzen kann. Faszinierend war auch ein aufgezeichnetes Videotelefonat des Autors von England nach Spanien: Hier wurde sein englisch gesprochener Text in Echtzeit ins Spanische übersetzt, es sah aus, als würde er Spanisch sprechen und doch war es „nur“ KI.
Robbie Williams sang „Angel“, das dann langsam durch KI in einen Beethoven-Stil transformiert wurde. Karaoke-Liebhaber können aufatmen: Jedes beliebige Musikstück kann so seziert werden, dass einzelne Instrumente „isoliert“ zu hören sind – oder eben auch die Instrumentalversion ohne Sänger. Und übrigens: Jede Google Stimme („Hey Google“) klingt dank KI so vertraut, dass man bald glaubt, mit Frau Google aus Fleisch und Blut zu sprechen.
Fakt ist, KI ist angekommen, sie ist keine Spielerei oder etwas, das morgen wieder verschwindet. Und Fakt ist auch – so der Autor – dass der KI-Zug an Deutschland schon vorbeigefahren ist, die USA und China uns weit voraus sind und wir nur noch versuchen können, auf einen der letzten Wagen aufzuspringen.
Autor: Martin J. Reeg, GSP-Mitglied der Sektion Ulm