Sektion Ulm
Humedica – eine internationale Hilfsorganisation im Katastropheneinsatz
Kooperationsveranstaltung der GSP-Sektion Ulm mit der DWT, DGWMP und dem DBwV
07348 / 948299
Referent Herr Sebastian Zausch von Humedica
von links: OTL a.D. Goetze (GSP-SL Ulm), OTL a.D. Allgaier (DBwV), Hr. Zausch (Humedica), Fr. Desideri (DWT Ulm)
Nachbericht zur Veranstaltung:
Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürme: Naturkatastrophen und Krisen treffen Menschen meistens unvorbereitet. Um effektive und schnelle Hilfe nach einer Katastrophe leisten zu können, ist gute Vorbereitung wichtig. Die Mitarbeiter sind durch intensive Trainings bestens geschult und verfügen durch viele Einsätze eine umfangreiche Erfahrung. Die Hilfsgüter (z.B. Medikamente, Behandlungszelte oder das humedica- Nothilfeset zur hygienischen Erstversorgung) sind in der Zentrale in Kaufbeuren vorrätig. So sind die ehrenamtlichen Helfer auch in der Lage kurzfristig medizinische Teams zusammenzustellen und Menschen in Not zu helfen. Anhand von Einsätzen (z.B. nach einem Erdbeben oder einer Überschwemmung) wird erklärt, wie die Helfer vor Ort autark arbeiten können und in die internationalen Prozesse der Not- und Katastrophenhilfe eingebunden sind. Beides bestätigt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Humedica als Emergency Medical Team zertifiziert hat. (Text aus Website Humedica)
„Emergency Medical Team (EMT)“: - besteht aus bis zu 18 Einsatzkräften, d.h. Arzt, Krankenschwester, Koordinatoren, Techniker u. Logistiker
- wenn Katastrophen Leben bedrohen, ist schnelles Handeln gefordert
- der jeweilige Einsatz benötigt aber immer eine Vorlaufzeit, um die wesentlichen vorbereitenden Maßnahmen sicherzustellen (Material aus dem Lager zusammenstellen, erste Informationen über die Lage am Einsatzort und das Einsatzland etc.)
- bei vielen Katastrophen Genehmigung zur Hilfe nur unter dem Dach des EMT
Klassen des EMT:
EMT 1 fixed: Basismedizinische Zeltklinik an einem Ort (humedica), d.h. Behandlung leichter bis mittelschwerer Erkrankungen und Verletzungen, Überweisung schwerer Fälle an spezialisierte Partner-Teams etc.
EMT 1 mobil: Basismedizinische Versorgung durch mobile Teams
EMT 2: Zeltklinik, die tiefergehende Behandlung anbietet
EMT 3: komplett ausgestattete Zeltklinik, in der auch schwerere Operationen möglich sind.
Die WHO koordiniert, welcher Typ an welcher Stelle gebraucht wird und teilt die Teams ein.
Die Teams sind mindestens zwei Wochen lang vollständig autark: produziert eigenen Strom, bereitet Wasser auf, versorgt sich selbst mit Lebensmitteln. So bleibt die vorhandene Infrastruktur den betroffenen Menschen vorbehalten, und die Hilfe belastet keine lokalen Ressourcen.
Hr. Zausch wies abschließend auf mögliche Einsätze in der Karibik hin, nachdem der Hurrikan „Melissa“ über Jamaika hinwegfegte und nun Kuba bedroht.
Text: Wolfgang Goetze, GSP-SL Ulm
Fotos: Frau Gramlich-Goetze, Beisitzerein GSP Sektion Ulm