Am 18./19. September fand in Kopenhagen die jährliche Konferenz der NATO-Generalstabschefs statt, dabei wurde der Generalinspekteur der Bundeswehr zum Vorsitzenden des Militärausschusses gewählt. Er soll das Amt im Juli 2027 als Nachfolger des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone antreten. Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses (MC) ist der wichtigste militärische Berater des NATO-Generalsekretärs und fungiert als Schnittstelle zwischen den Generalstabschefs der 32 Mitgliedstaaten und der politischen Führung der Atlantischen Allianz. Neben dem SACEUR (Supreme Commander Europe), einem der beiden strategischen NATO-Oberbefehlshaber, der traditionell ein US-General oder Admiral ist, ist der Vorsitzende des MC eine der bedeutendsten Führungsfiguren des Bündnisses. Dass General Breuer in diese Funktion gewählt wurde, zeigt die Bedeutung und das Ansehen, das die Bundesrepublik in der NATO genießt. Unabhängig davon verspricht sich die Allianz mehr Führungsübernahme im Bündnis.
Bisher waren vier deutsche Generalinspekteure MC-Vorsitzende. Der erste war General Adolf Heusinger, der war von 1957 bis 1961 Generalinspekteur war. Bis 1964 hatte er den Vorsitz inne. In dieser Zeit wurde unter anderem die NATO-Strategie „Flexible Response” entwickelt. Am 1. Oktober 1986 übernahm General Wolfgang Altenburg den Vorsitz und gab ihn 1989 an den amerikanischen Admiral Henry E. Eccles ab. 1996 wechselte Klaus Naumann vom Posten des Generalinspekteurs auf den des MC-Vorsitzenden. Von ihm übernahm 1999 der Italiener Guido Venturoni, 2005 folgte der Luftwaffengeneral Harald Kujat.
Von 1971 bis 1974 war der Luftwaffengeneral Johannes Steinhoff MC-Vorsitzender. Seit 1966 stand er als Inspekteur der Luftwaffe an der Spitze der Teilstreitkraft. Damit hat die Bundeswehr seit der Etablierung dieses einheitlichen Vorsitzes im Jahr 1963 bereits fünfmal den Vorsitz gestellt. Der aus rund 500 Angehörigen aller Mitgliedstaaten bestehende International Military Staff (IMS) bildet das ständige militärische Arbeitsorgan des MC.
Jetzt wird also ein Nachfolger für Carsten Breuer gebraucht. In der FAZ vom 21. September werden bereits Namen genannt. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses und der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes drängen auf Eile. Seit Gründung der Bundeswehr standen bisher 17 Generalinspekteure an ihrer Spitze. Der Generalinspekteur der Bundeswehr (GI) ist truppendienstlicher Vorgesetzter der Soldaten und Teil der Leitung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg). Er ist höchster Repräsentant der Bundeswehr und militärischer Berater der Bundesregierung. Darüber hinaus ist er für die Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung einschließlich der Planung für die Weiterentwicklung sowie die Führung der Streitkräfte verantwortlich. Er hat den Vorsitz im Militärischen Führungsrat und vertritt die Bundeswehr in internationalen militärischen Gremien wie dem Militärausschuss der NATO in Brüssel. Am 17. März 2026 wurde General Carsten Breuer Generalinspekteur und folgte damit auf General Eberhard Zorn, der von 2018 bis 2023, also fünf Jahre lang, als ranghöchster Soldat gedient hatte. Seit seiner Pensionierung engagiert sich Zorn als Vizepräsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP).
