Die Heimatschutzdivision – Territorialer Schutz als Pfeiler der Gesamtverteidigung

Die Heimatschutzdivision – Territorialer Schutz als Pfeiler der Gesamtverteidigung

Die Aufstellung der Heimatschutzdivision, HschDiv, im April 2025 gab Anlaß bei einem kürzlichen Parlamentarischen Abend in Berlin für Generalmajor Andreas Henne als ersten Kommandeur dieses Verbandes unter dem Titel "Heimatschutzdivision - Antwort auf die Bedrohung Deutschlands" ein erstes Resümee zu ziehen.

Die Heimatschutzdivision – Territorialer Schutz als Pfeiler der Gesamtverteidigung

Die Aufstellung der Heimatschutzdivision, HschDiv, im April 2025 gab Anlaß bei einem kürzlichen Parlamentarischen Abend in Berlin für Generalmajor Andreas Henne als ersten Kommandeur dieses Verbandes unter dem Titel "Heimatschutzdivision - Antwort auf die Bedrohung Deutschlands" ein erstes Resümee zu ziehen.

 Während bis zum Jahre 1990 das Feldheer der Bundesrepublik fest in die NATO-Strukturen integriert war, unterstand das der territorialen Verteidigung dienende Territorialheer mit den Aufgaben des Heimatschutzes auch im Verteidigungsfall der nationalen Führung. Die Neuausrichtung der Bundeswehr zur Einsatzarmee jedoch führte in 2001 zur endgültigen Auflösung des Territorialheeres mit der Eingliederung der nach der Wende verbliebenen Teile und Aufgaben in den neu geschaffenen Organisationsbereich Streitkräftebasis.

Mit den zunehmenden hybriden Bedrohungen ab 2014 auf Einrichtungen im Inland wuchs die Erkenntnis, daß die territoriale Verteidigung neu organisiert werden mußte. Bei seiner Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz in diesem Frühjahr verdeutlichte Bundeskanzler Merz das aktuelle Spektrum der hybriden Bedrohungen, welches von Spionage, Sabotage, Explosionen, Cyberattacken bis zu Anschlägen auf Energie- und Verkehrsinfrastrukturen reicht. Dies schließt auch die Weitergabe von Kundendaten durch online-Versandhändler wie Shein oder Temu ein sowie die Ausstattung u. a. von chinesischen Pkws mit versteckten Kameras, weshalb für einige Fabrikate ein "Kasernenverbot" diskutiert wird.

Zu den Herausforderungen im wirksamen Heimatschutz, so Henne, gehört das Offenhalten von Marschwegen sowie eine bewegliche Drohnenaufklärung und -abwehr. Deshalb sollten alle im Heimatschutz Beorderten einen „Drohnenführerschein“ erwerben. Auch beim Transport von verwundeten Soldaten im Inland werde der Heimatschutz gefordert, während die Steuerung von Flüchtlingen – unter Freihaltung der Autobahnen als Marschwege – eine kommunale Aufgabe darstellt. Entscheidungen hierüber sind noch Puzzleteile im OPLAN Deutschland. Der Personalaufwuchs der Heimatschutzdivision gestaltet sich in Bayern besonders positiv, wo für 86 % der Dienstposten bereits Beorderungen bestehen. Die regionale Zuordnung der bislang sechs aufgestellten Heimatschutzregimenter kann sich über die Grenzen eines Bundesland erstrecken. So umfasst das HschRgt 2 mit Sitz in Münster nicht nur Dienststellen in NRW, sondern auch im Saarland und Rheinland-Pfalz.

Auf die Frage, ob es bei sehr engagierten Reservisten in der HschDiv, die auch z. B. in Blaulichtorganisationen aktiv sind oder Führungspositionen in der Wirtschaft bekleiden, zu Problemen kommen könne, antwortete er, dass dieser Kreis – v. a. Offiziere - zwar an Übungen teilnehmen könne, doch ggfls. „uk“ gestellt werde. Zum Betriebsstand der im Kalten Krieg errichteten NATO-Pipelines für die Betriebsstoffversorgung führte er aus, dass diese auch aktuell von einem Unternehmens im Ressort des BMVg betrieben werden.

Als Resümee nach einem Jahr Bestehen der HschDiv hob GM Henne hervor, dass ein erster Drohnenabwehrzug in Sachsen-Anhalt aufgestellt werden konnte, das Prinzip „Fight tonight“ mit einem G36 sowie einem Tagessatz Munition pro Soldat initiiert werden konnte und die AMAROK-Fahrzeuge des Verbandes einen Tarnanstrich erhalten. Allerdings sei dies nur ein erster Schritt der HschDiv für einen umfassenden Schutz Deutschlands. Zu den langfristigen Zielen zählt u. a. die Aufstellung von drei Kampfunterstützungsbataillonen (Combat Support Battalions). Als weitere aktuelle Schwerpunkte erwähnte er abschließend die Führungsfähigkeit, die Basisausbildung, den personellen Aufwuchs, die Territoriale Übung VIGILANT ROLAND sowie die Infrastruktur.

 

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