Am 5. November entscheidet Amerika - Kamala Harris oder Donald Trump

Am 5. November entscheidet Amerika - Kamala Harris oder Donald Trump

Politische Karte der USA mit Cartoon-Demokraten-Esel und Republikaner-Elefant im Dialog, sowie Parteilogos.

Am kommenden Dienstag, dem 5. November, findet die 60. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika statt. Der Sieger oder die Siegerin wird danach als 47. Amtsinhaber/in ins Weiße Haus einziehen. Im bisherigen Wahlkampf stehen sich zwei politische Lager kompromisslos gegenüber.  
Für die Demokraten treten die amtierende Vizepräsidentin Kamala Harris (*1964, Oakland, Kalifornien) und ihr Vizekandidat Tim Walz (1964, West Point, Nebraska) an. Walz ist Gouverneur von Minnesota. Bei den Republikanern tritt Donald Trump (1946, New York City) an. Er ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von 2016 bis 2020 und hatte sich in den Vorwahlen erneut durchgesetzt. Als Vizepräsidentschaftskandidat steht ihm James Vance (*1984, Middleton) zur Seite. Er ist seit 2022 Senator von Ohio.
Die Farbe der Demokraten ist Blau, ihr Wappentier ist der Esel. Die Farbe der Republikaner ist rot, ihr Wappentier ist der Elefant. Beide Maskottchen gehen auf Karikaturen aus dem 19. Jahrhundert zurück. Sie werden bei Veranstaltungen, auf Bannern, Plakaten und anderen Werbeträgern eingesetzt.
Im Wahlkampfrummel um die beiden Spitzenämter geht hierzulande unter, dass es nicht nur um den Präsidenten oder die Präsidentin bzw. deren Vizepräsident/in geht. Auch die Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden neu gewählt. Hier stehen 435 Abgeordnetensitze zur Wahl. Hinzu kommt, dass auch 34 der 100 Senatorenposten neu besetzt werden müssen.
Das politische System der USA beruht auf checks and balances, auf Machtkonkurrenz und Machtkontrolle, sowohl horizontal als auch vertikal und zeitlich. Für das „Funktionieren“ der amerikanischen Demokratie ist jedoch die Kooperation der verschiedenen Ebenen unabdingbar. Seit einiger Zeit ist jedoch eine ideologische Verhärtung zu beobachten, die ein überparteiliches Regieren für das Gemeinwohl erschwert.
Wer als US-Bürger am Wahltag seine Stimme abgeben will, muss sich rechtzeitig in ein Wählerverzeichnis eintragen lassen, das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Hintergrund dieser Regelung ist, dass es in den USA kein Melderegister gibt und somit auch keine Einladung zur Wahl wie z.B. in Deutschland möglich ist. Es wird geschätzt, dass von den rund 335 Millionen Einwohnern der USA etwa zwei Drittel wahlberechtigt sind. Diese setzen sich zusammen aus: Weiße 195 Millionen, Hispanics 65 Millionen, Schwarze 42 Millionen, Asiaten 21 Millionen, Identifikation mit zwei oder mehr Rassenkategorien 8 Millionen.  
Für die Zwischenwahlen 2022 waren 161,4 Millionen registriert. Bei der letzten Präsidentschaftswahl 2020 waren 168,3 Millionen Wähler registriert. Die Wahlbeteiligung war 2020 mit 66,4 Prozent die höchste seit über 100 Jahren. Nach derzeitigem Stand, da in einigen Bundesstaaten bereits gewählt werden kann, dürfte die Wahlbeteiligung am 5. November noch höher liegen.
Die Wahl gewinnt in der Regel der Kandidat, der die sogenannten Swing States für sich entscheiden kann, in denen keine der beiden Parteien dominiert. Dazu gehören Michigan, Wisconsin, Nevada, Pennsylvania, North Carolina, Georgia und Arizona aber auch in Florida oder Nevada ist der Ausgang offen.
Der Weg ins Weiße Haus wird nicht durch außenpolitische Themen entschieden. Es sind mehr die innenpolitischen Themen, wie Wirtschaft, Migration/Einwanderung, Zugang zu Abtreibung, Staatsfinanzen die im Focus stehen, erst dann folgen der Ukraine-Krieg und Israel und Gaza.  
Das Besondere am amerikanischen Wahlsystem ist, dass die Wähler den Präsidenten/in nicht direkt wählen. Ihr Name steht zwar auf dem Wahlzettel. Tatsächlich stimmen sie aber für ein Gremium von Wahlmännern, das Electoral College. Dieses besteht aus 538 Wahlmännern und -frauen, die sich nach der Bevölkerungszahl der US-Bundesstaaten richten. Das Gremium tritt am 17. Dezember zusammen und wählt den Präsidenten/die Präsidentin, was eine reine Formsache ist. Anfang Januar nächsten Jahres, wenn der Kongress zusammentritt, wird das Ergebnis offiziell besiegelt. Der 20. Januar 2025 ist dann der Tag der Amtseinführung, der Inauguration Day.
Unabhängig davon, ob eine Demokratin oder ein Republikaner ins Weiße Haus einzieht und die Außen- und Sicherheitspolitik der USA für die nächsten vier Jahre bestimmt, wird sich die transatlantische Partnerschaft mit der Europäischen Union und damit auch mit Deutschland verändern. Die eigenen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen sowie die Hinwendung zum Indopazifik, also letztlich America First, werden die Devise der neuen Administration sein.  Inwieweit die Europäische Union und die deutsche Sicherheitspolitik darauf vorbereitet sind, bleibt abzuwarten. Mit der Zusage des Bundeskanzlers bei seinem Besuch in Washington ab 2026 weitreichende US-Waffensysteme in Deutschland zu stationieren, wird sich vermutlich weder eine demokratisch noch eine republikanisch geführte Administration zufrieden geben.

 

Letzte News

Letzte News

  • 10Aug
    Die Berliner Mauer: Wie die „Operation Rose“ den Westen überrumpelt

    Die Berliner Mauer: gebaut 1961, gefallen 1989 - Wie die „Operation Rose“ den Westen überrumpelt

    65 Jahre nach Beginn des Mauerbaus wird ein temporärer Gedenkort am Brandenburger Tor an die deutsch-deutsche Grenze erinnern. Die offizielle Gedenkfeier am 13. August findet an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße statt. Ein Rückblick auf „die Frontstadt“ und den mehr als 40 Kilometer langen „antifaschistischen Schutzwall” mitten durch Berlin.

    Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs…

  • 22Jun
    Aus Grenzschützern werden Soldaten - Ein historischer Tag für die Bundeswehr

    Vor 70 Jahren wurden fast 10.000 Vollzugsbeamte des Bundesgrenzschutzes (BGS) in die Bundeswehr übernommen. Am 30. Juni 1956 dienen sie noch „unter dem Adler des Bundes“ und tragen eine grüne Uniform. Ab dem 1. Juli sind sie Soldaten und tragen den grauen Rock. Ohne die Übernahme der „BGSler“, wie sie genannt werden, wäre der Aufbau und die Indienststellung der ersten drei Heeresdivisionen im Jahr 1957 nicht so schnell vonstattengegangen.

    Ein kurzer Blick in die BGS-Geschichte. Bereits nach der…

  • 16Jun
    Die Heimatschutzdivision – Territorialer Schutz als Pfeiler der Gesamtverteidigung

    Die Aufstellung der Heimatschutzdivision, HschDiv, im April 2025 gab Anlaß bei einem kürzlichen Parlamentarischen Abend in Berlin für Generalmajor Andreas Henne als ersten Kommandeur dieses Verbandes unter dem Titel "Heimatschutzdivision - Antwort auf die Bedrohung Deutschlands" ein erstes Resümee zu ziehen.

  • 09Jun
    Unterschiedliche Wahrnehmung von Bedrohungen / WIFIS-Jahrestagung 2026 in Halle

    Das Wissenschaftliche Forum für Internationale Sicherheit e. V. (WIFIS) richtete am 28./29. Mai erstmalig in Kooperation mit der Clausewitz-Gesellschaft e. V. und dem Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Europäische Politik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine Tagung zum Thema „Bedrohungsperzeptionen” aus. Rund 80 Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft, Militär und Zivilgesellschaft waren der Einladung nach Halle, dem Sitz der Geschäftsstelle, gefolgt. Da der Verein auch…

  • 28Apr
    Geopolitische Betrachtungen und Brennpunkte

    Nürnberger Sicherheitstagung 2026 - 24./25. April 2026

    Wer bei einer sicherheitspolitischen Veranstaltung die Themen „Weltordnung im Stresstest” und „die augenblicklichen Umbrüche in der Geopolitik” behandelt, hat sich als Veranstalter und Organisator einiges vorgenommen. Dass der jungen und älteren Zuhörerschaft dabei einiges zugemutet würde, kündigte Moderator Ulrich Lechte an. 

    Den Impulsvortrag zur Eröffnung der Abendveranstaltung am 24. April hielten Marie-Agnes Strack-Zimmermann,…

  • 21Apr
    Verteidigungswille als Fundament einer Armee

    Der 12. Bodenseekongress 2026 in Bregenz

    Zahlreiche Sicherheitspolitische Organisationen (s. Flyer) aus der „DACH-Region“ – Deutschland, Österreich und Schweiz hatten zum Bodenseekongress eingeladen. In diesem Jahr übernahm Österreich die Organisation und Durchführung. Als das sicherheitspolitische Informationsangebot für die Öffentlichkeit ins Leben gerufen wurde, orientierten sich die Gründerväter der länderübergreifenden Veranstaltung an Europa. Als Motto ist in den Annalen zu finden, sich…

  • 28Mar
    28. März 2026: 21. Petersberger Gespräche zur Sicherheit

    28. März 2026: 21. Petersberger Gespräche zur Sicherheit

  • 04Mar
    „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“

    Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur widmet ihre neueste Ausstellung der einstmals alles beherrschenden Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED). Sie wird am 28. März beim 21. Petersberg zur Sicherheit präsentiert und kann anschließend besichtigt werden. 

    Der einprägsame Titel „Die Partei hat immer recht“ wurde in Anlehnung an das Lied „Die Partei, die Partei, die hat immer recht“ gewählt. Verfasser von Text und Musik der Parteihymne der SED war der deutschsprachige,…

  • 23Jan
    Die HAMAS und die Finanzierung des Terrorismus im Nahen Osten

    Ein Gespräch mit dem Autor Dirk Peddinghaus über sein Buch: 
    Die HAMAS und die Finanzierung des Terrorismus im Nahen Osten. Eine Analyse anhand offener Quellen.

    Am 7. Oktober 2023 griff die Terrororganisation Hamas Israel an. Unmittelbare Folgen des Überfalls waren rund 1.200 Todesopfer und mehr als 240 Geiseln, die in den Gazastreifen verschleppt wurden, die überfallenen Grenzorte zerstört. Der Vorstoß auf israelisches Gebiet gilt als der schwerste Anschlag seit seiner Staatsgründung im Mai…

  • 23Dec
    5. Januar 2026: 150. Geburtstag von Konrad Adenauer

    Der Kanzler und die Politik der Wiederbewaffnung

    In den Medien wird in den nächsten Tagen öfter der Begriff „Adenauer-Jahr” verwendet werden. Der Grund dafür ist einfach. Am 5. Januar 2026 jährt sich der 150. Geburtstag von Konrad Adenauer, der 1876 in Köln geboren wurde. Mit Ausstellungen, Führungen, Vorträgen, Diskussionen und Theaterstücken wird an den Kölner Oberbürgermeister (1917–1933), den Präsidenten des Preußischen Staatsrats und den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland…