Sektion Kaiserslautern

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Mittwoch, 18.09.2019 - 19:00

Von Wales bis Warschau - und darüber hinaus, die sicherheitspolitische Lage im osteuropäischen Raum

Etwas mehr als zwei Jahre nach dem NATO-Gipfel in Warschau im Juli 2016 und wenige Monate seit dem Brüsseler Gipfel kann das Bündnis eine wirklich positive Bilanz über das Erreichte ziehen. Schon nach dem Gipfel in Newport hat die NATO unter Beweis gestellt, dass sie schnell reagieren kann, dass Worten auch Taten folgen. In Warschau, zwei Jahre später, hat die Allianz nicht nur ein starkes Signal der Einheit gesendet, sondern auch weitreichende Beschlüsse zur Anpassung des Bündnisses an die strategischen Veränderungen in ihrem Sicherheitsumfeld getroffen. Zu diesen Veränderungen zählt im Osten die russische Politik gegenüber der Ukraine, unter anderem mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim. Die NATO hat darauf in dreifacher Weise geantwortet. Durch eine maßvolle Stärkung ihrer Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit, durch gezielte Maßnahmen zur Stabilisierung der südlichen Peripherie und durch eine vertiefte Zusammenarbeit mit der EU. Im Hinblick auf die Herausforderungen im Osten hat die NATO mit der verstärkten Vornepräsenz in den baltischen Staaten und Polen (enhanced Forward Presence - eFP) eine klare und zugleich maßvolle Antwort gegeben. Die vier eFP Battlegroups waren bereits ein Jahr nach der Gipfelentscheidung in Warschau voll operationsfähig. Die NATO macht durch den multinationalen Charakter der Verbände deutlich, dass im Falle einer Krise oder eines Konfliktes das Bündnis als Ganzes reagieren wird. Das „Multinational Corps Northeast“ (MNC NE) mit seinem Hauptquartier in Szczecin hat in diesem Prozess von Anfang an eine spezielle Rolle inne. Nach dem Gipfel in Newport zunächst vorgesehen, um im Rahmen des Radiness Action Plans eine wichtige Rolle zu übernehmen, unter anderem durch den Auftrag, die Führung der schnellen NATO-Eingreifkräfte in dieser Region zu übernehmen, gefolgt von der Entscheidung des Warschauer Gipfels, dem MNC NE die Verantwortung zur Führung aller Kräfte der verstärkten Vornepräsens zu übertragen, und zusätzlich Polen beim Aufbau eines zusätzlichen Divisionshauptquartiers zu unterstützen. Ende 2018 wurde die Einsatzfähigkeit des gesamten Systems, angefangen von der strategischen, über die operative, bis hin zur taktischen Ebene der Battlegroups, die inzwischen in die nationalen Brigaden der baltischen Staaten integriert wurden, in der Übung ANAKONDA’18 demonstriert. All dies zeigt, die NATO hat in den letzen vier Jahren ihre Handlungsfähigkeit und ihren Anpassungs- und Entscheidungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt – und dies schneller und effektiver als Viele es erwartet hatten.
Vortrag und Diskussion
Referent: Generalleutnant a. D. Manfred Hofmann , bis September 2018, Kommandierender General des MNC NE

Generalleutnant a. D. Manfred Hofmann war in seiner letzten Verwendung, bis September 2018, Kommandierender General des MNC NE. In dieser Zeit entwickelte er dieses Korps zu einem High Readiness Force Land Headquarter. Es ist das einzige HQ der NATO, das auf dem Gebiet des ehemaligen Warschauer Paktes stationiert ist. Vor diesem Hintergrund wird GL a.D. Hofmann in seinem Vortrag die aktuelle sicherheitspolitische Lage im Baltikum skizzieren und auf die besonderen Aufgaben des MNC NE eingehen sowie in der anschließenden Diskussion unsere Fragen beantworten.

Ort: Hotel Bremerhof - Bremerhof 1 , 67663 Kaiserslautern
Organisator: Dipl. Ing. Heinz Klages kaiserslautern@gsp-sipo.de
06333 / 656 17