SiPol. Literatur

Literatur zur Sicherheitspolitik

An dieser Stelle finden Sie neben Informationen zu Neuerscheinungen von Büchern zur Sicherheitspolitik auch

Grundlagendokumente und Berichte zur Sicherheitspolitik

Sekundärliteratur zur Sicherheitspolitik

Sicherheitspolitische Zeitschriften

 

Neuerscheinungen:    

 

Skizze eines Machthabers

Rezension von Peter E. Uhde

Der Name KIM prangt in weißen Großbuchstaben auf dem roten Schutzumschlag. Die hingegen in schwarz gezeichnete Kopfsilhouette macht deutlich, um wen es in dem Buch geht. Es ist Kim Jong-un, Nordkoreas Diktator, der „aus der Nähe“ betrachtet wird. Autorin des Buches ist Anna Fifield, eine vielfach ausgezeichnete amerikanische Journalistin. Augenblicklich leitet sie das Büro der „Washington Post“ in Peking. 2004 war sie für die „Financial Times“ als Korrespondentin nach Seoul geschickt worden, um über beide Koreas zu berichten. „Es war der Beginn einer großen Leidenschaft“ schreibt sie, man merkt es dem Buch an.   

Es gibt wohl kaum ein Land, das sich in allen Lebensbereichen von der Außenwelt so abschottet wie Nordkorea. Das gilt besonders für seine kommunistische Führungselite, an deren Spitze Kim Jong-un steht. Seit dem Tod seines Vaters Kim Il-sun am 17. Dezember 2011 ist er in dritter Generation uneingeschränkter Führer der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK).   Weiter ...

Chinas Grand Strategy im Wandel

Rezension von Peter E. Uhde

Nicht erst seit der Corona-Pandemie, die ihren Ursprung auf einem Tiermarkt in Wuhan in der Provinz Hubei haben soll, ist die Volksrepublik China (VR China) ein Dauerthema in allen Medien. Die Literatur aller Fachbereiche füllt ganze Regale. Für die chinesische Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist das nicht ganz so. Hier schließt ein militärwissenschaftliches Werk mit dem Titel: Chinas Grand Strategy im Wandel, eine Lücke. Herausgegeben von der Landesverteidigungs-akademie der Republik Österreich, gehen die Autoren Peter Buchas, Walter Feichtinger und Doris Vogt der Frage nach, ob die VR China der Politik einer nationalen Grand Strategy folgt und welche Teilstrategien diese beinhaltet. Im Mittelpunkt steht dabei die Sicherheitsstrategie des Landes in Vergangenheit und Zukunft.  

Auf zwei bedeutende Ereignisse wird in China besonders hingearbeitet. Zum einen ist es die 100-Jahr-Feier der Kommunistischen Partei     Weiter ...

 

Russlands Transformation unter Putin

Rezension von Peter E. Uhde

Auf dem Titel prangen zwei „grüne Männchen“, einer hat einen Pinsel in der rechten Hand. In roter Farbe springt ins Auge: RUSSLAND. Auferstehung einer Weltmacht? Das Fragezeichen deutet an, dass der Autor Manfred Quiring von einer Auferstehung Russlands zur Großmacht wohl nicht überzeugt ist. Vielleicht will er mit dem Fragezeichen den Leser neugierig machen? Ob dieser nach der Lektüre des rund 275seitigen Inhalts, dazu gehören 352 Anmerkungen, es durch ein Ausrufezeichen ersetzen würde, muss er dann selbst entscheiden.

Manfred Quiring hat mehr als zwei Jahrzehnte als Korrespondent für Printmedien in der ehemaligen Sowjetunion und nach deren Zerfall auch in Russland gearbeitet. Drei seiner Bücher „Putins russische Welt“, „Pulverfass Kaukasus“ und „Der vergessene Völkermord“ befassen sich ebenfalls mit dem Imperium der vergangenen Jahrzehnte. Im Mittelpunkt des neuen Buches steht unangefochten, von allen Seiten betrachtet und die Fäden der Macht ziehend Wladimir Wladimirowitsch Putin.   Weiter ...

Bundeswehr beeindruckt Deutschlands Osten. Ein Journalist erlebte die Armee der Einheit.

Rezension von Peter E. Uhde

In sechs Monaten jährt sich die Wiedervereinigung Deutschlands zum dreißigsten Mal. Mit dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik ging die Auflösung ihrer Streitkräfte einher. Die Nationale Volksarmee (NVA) hörte auf zu bestehen und war damit Teil gesamtdeutscher Geschichte geworden. Am   3. Oktober 1990 übernahm Verteidigungs-minister Gerhard Stoltenberg die Befehls- und Kommandogewalt auch in den neuen Bundesländern. Hier setzt Autor Peter Heinze mit seinem Buch „Bundeswehr beeindruckt Deutschlands Osten“ an. Der Untertitel „Ein Journalist erlebte die Armee der Einheit“, weist den Weg durch das fast 500 seitige Werk. Heinze, der seinen Wehrdienst in der NVA geleistet hatte, dann Journalist wurde, ist Zeitzeuge der Transformation. Mit seinen Erinnerungen will er das sicherheitspolitische und militärische Geschehen in den Jahren nach der Wende für künftige Generationen „wach“ halten.    Weiter ...

Der Nordkorea-Konflikt. Interessenlagen, Konfliktdimensionen, Lösungswege.

Rezension von Peter E. Uhde

In den letzten Monaten ist es um die sicherheitspolitische Lage auf der koreanischen Halbinsel etwas ruhiger geworden. Der am 25. Juni 1950 begonnene und nur durch den Waffenstillstand am 27. Juli 1953 beendete Koreakrieg, hat bis heute zu keinem Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea geführt. Die Militärpotenziale auf beiden Seiten des 38. Breitengrades erreichen eine Dichte, wie nirgends sonst auf der Welt. Die Bilder mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un, dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump oder auch dem Präsidenten der Republik Korea Moon Jae-in gingen um die ganze Welt. Sie versprachen Hoffnung auf eine diplomatische Lösung der Denuklearisierung Nordkoreas. Die seit 2000 praktizierte Sonnenscheinpolitik Südkoreas gegenüber dem Norden und Versuche Trumps haben keine konkreten Ergebnisse gebracht, es herrscht weiter „Waffenstillstand“ Der Blick richtet sich auf andere aktuelle Konfliktregionen in der Welt, von denen es mehr als genug gibt.   

Mit dieser sicherheits- und geopolitischen Situation in Nordostasien befassen sich die Autoren des Sammelbandes: Der Nordkorea-Konflikt. In den Beiträgen wird auf die verschiedenen Interessenlagen, die Dimensionen der Spannungen und Krisen, sowie auf Lösungswege eingegangen.    Weiter ...

Hinweis auf das WIFIS-Arbeitspapier Nr. 2

Die Entwicklung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands. Eine Analyse im Spiegel der strategisch-konzeptionellen Grundlagendokumente 2014 bis 2018. Autoren: Dan Krause und Michael Staack, Hamburg, November 2019.

Rezension von Peter E. Uhde

Was verbirgt sich hinter der Abkürzung WIFIS? Diese Frage soll zuerst beantwortet werden, bevor auf den Inhalt des Arbeitspapieres eingegangen wird. WIFIS steht für Wissenschaftliches Forum für Internationale Sicherheit. Es ist ein eingetragener Verein, gemeinnützig anerkannt. Er bemüht sich, die wissenschaftliche Diskussion auf dem Felde der Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu fördern und den Dialog zwischen Wissenschaft und Militär zu intensivieren. Präses ist Professor Dr. Michael Staack, der an der Führungsakademie der Bundeswehr tätig ist und an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr, beide in Hamburg, lehrt.

Der Inhalt des unscheinbaren, 37 Seiten und sieben Seiten Literaturhinweise im DIN A 5 Format erschienenen Arbeitspapieres, hat es in sich. Das ist nicht provokativ gemeint, sondern bezieht sich auf den komprimierten sicherheitspolitischen Inhalt. Wie aus dem Titel zu ersehen ist, beziehen sich die Autoren auf einen Zeitraum von fünf Jahren, wobei Ereignisse des Erscheinungsjahres 2019 teilweise berücksichtigt sind.    Weiter ...

Wann war eine Mission erfolgreich oder ein Fehlschlag? Messung von Erfolgen des internationalen Krisen- und Konfliktmanagement

Rezension von Peter E. Uhde

Internationales Krisen- und Konfliktmanagement (IKKM) ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges ein politisches Dauerthema. Das Werk: „Erfolg oder Misserfolg von internationalen Interventionen“ handelt davon. Dieser problematischen Fragestellung hat sich das Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement (IFK) der Landesverteidigungsakademie, Wien, angenommen. Dessen Forschungsergebnisse stellt es mit dieser Publikation der Öffentlichkeit vor. Der Untertitel „Innovative Messmethoden und Fallstudien“ weist auf den Inhalt hin. Im Vorwort erläutert Brigadier Walter Feichtinger, Leiter des IFK, wie mit zwei methodischen Ansätzen, versucht wird, erstens „die Erfolgschancen einer Intervention analytisch darzulegen“ und zweitens, die „Auswirkungen auf die wesentlichen Sicherheitsorganisationen, wie etwa die Vereinten Nationen, den Nordatlantik-Pakt oder die Europäische Union und die teilnehmenden Staaten samt deren Instrumenten - wie z. B. die Streitkräfte“ zu erfassen.“ Die Ergebnisse dieser und noch anderer Fragestellungen haben die Forscher des IKF in das von ihnen erarbeitete Instrumentarium an Fallbeispielen umgesetzt. Zwölf relevante Konfliktszenarien, auf sie wird noch eingegangen, wurden dafür ausgewählt. Die Frage lautet, was in einer Konfliktberuhigung/-lösung und Stärkung des internationalen Friedens als „erfolgreich“ zu bewerten ist. Mit dem Analyse-Tool wird Analytikern und Entscheidungsträgern die Möglichkeit eröffnet, im Rahmen des IKKM, sachkundiger und effizienter tätig zu werden.    Weiter ...

Minister contra General – Kießling gegen Wörner

Rezension von Peter E. Uhde

Seit Gründung der Bundeswehr 1955 ist sie an Affären und Skandale gewöhnt. Immer wieder stolperte dabei auch ein Verteidigungsminister und schied mit militärischen Ehren, dem Großen Zapfenstreich, aus dem Amt. Wenn nicht alles täuscht, bahnt sich gerade wieder eine „Berateraffäre“ an, deren Ausgang ungewiss ist. Ursula von der Leyen hat die Hardthöhe, immer noch 1. Amtssitz des Ministeriums, mit dem Großem Zapfenstreich geehrt verlassen und ist nun Präsidentin der Europäischen Union in Brüssel.

Teil der Bundeswehrgeschichte

Die jetzt zu beschreibenden Skandalereignisse passierten in den Jahren 1983/84. Sie suchen ihres gleichen in der Geschichte der Bundeswehr. Dr. Heiner Möllers hat diese in jahrelanger Arbeit recherchiert und sie in einem bemerkenswerten Buch „Die Affäre Kießling. Der größte Skandal der Bundeswehr“ beschrieben. Beide Hauptprotagonisten sind auf dem Titelcover abgebildet. Links mit Schirmmütze der Vier-Sterne-General Dr. Günter Kießling und rechts der kahlhäuptige Bundesminister der Verteidigung Dr. Manfred Wörner. Bevor es um den Inhalt geht, kann eines schon zu Beginn gesagt werden: Hätte Militärhistoriker Möllers sich nicht des Falles angenommen, wäre das Gras der Geschichte,    Weiter ...

Deutsch-deutsche Militärgeschichte während des Kalten Krieges

Rezension von Peter E. Uhde

Das Inhaltsverzeichnis des Buches umfasst eine Seite, davon sollte man sich auf den ersten Blick nicht täuschen lassen. Danach folgen nämlich fast tausend Seiten zur deutsch-deutschen Militärgeschichte der Jahre 1945 bis 1990.

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) hat sich der Aufarbeitung eines Themas angenommen, das bisher wenig erforscht ist. Literatur über die Bundeswehr und die Nationale Volksarmee gibt es in zahlreichen Fassetten. Der hier gewählte Ansatz von Herausgeber Christoph Nübel ist ein anderer. Er hat sich in Archive begeben und 217 gefundene Dokumente veröffentlicht. Es sind politische und militärische, ehemals geheime oder auch schon einmal veröffentlichte aus beiden deutschen Staaten.

 Es beginnt mit Dokument 1: „Deutschland und sein Militär nach der Niederlage.“ Es ist der Auszug eines Vortrages von Wilhelm Pieck vom 11. Dezember 1944 und behandelt „Grundfragen der Propaganda unter den Truppen des Gegners in der nächsten Zeit.“ und endet mit dem Dokument 217: „Resümee der Tätigkeit des Bundeswehrkommando Ost“. Datiert vom 25. Juni 1991 beschreibt es die Lage im Bereich des Bundeswehrkommando Ost. Dieses nur kurz zur Vorstellung. Weiter ...

CALL SIGN CHAOS – Learning to Lead

Rezension von Dr. rer. pol. Heinz Neubauer

‚Trust‘ – Vertrauen – ist die menschliche Eigenschaft, die die 17 Kapitel durchzieht. Gegliedert ist das Buch in drei Abschnitte Direkte (taktische) Führung, Durchführende (operative) Führung und Strategische Führung. - Die rund 250 Seiten umreißen die Erfahrungen, die Jim Mattis in 44 Jahren als Angehöriger der U.S. Marine Corps sammelte, vom Private in der USMC Reserve bis zum Viersterne-General, ehe er von 2017/19 zwei Jahre lang als (ziviler) U.S. amerikanischer Verteidigungsminister diente. Das Buch ist keine Biographie, es ist ein Lehrbuch über Führung, geschrieben in einer Weise, die jeder Staatsbürger, auch außerhalb der Vereinigten Staaten, versteht. Es war fertig, ehe Mattis Verteidigungsminister wurde, es durfte allerdings erst jetzt nach seinem zweiten Zurruhesetzen publiziert werden.

Vertrauen ist das Band, welches den Führer mit den von ihm Geführten verbindet. Das gilt weit über das Militär hinaus, es gilt ebenso für Manager und Staatsmänner, für alle, die Verantwortung tragen, weil und nachdem sie ihnen übertragen wurde. Verantwortung ist unteilbar, aber immer übertragen auf Zeit. Und schließlich bedeutet Führung sichtbares Verhalten und klare Kommunikation. Mit diesem Dreiklang fasst der Rezensent den roten Faden des Buches zusammen: Vertrauen, Verantwortung und (entsprechendes) Verhalten.   .Weiter

Plädoyer für eine resiliente deutsche Sicherheitspolitik

Rezension von Peter E. Uhde

Die intensive Beschäftigung mit Sicherheitspolitik gehört nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen der politischen Eliten Deutschlands, geschweige denn der Allgemeinheit der Bundesbürger. Momentan ist der Rückblick auf das militärische Ende des Ersten Weltkrieges und dessen politischen Folgen für das zwanzigste Jahrhundert häufig in den Medien zu finden, aber das wird sich schnell legen. Unabhängig vom Blick in die Historie wird die Gegenwart durch den Ruf nach einer „Europaarmee“ oder „Europa muss mehr für seine eigene Sicherheit tun“ konfrontiert. In diese Gemengelage hinein ist auf die Neuerscheinung des Sachbuches mit dem Titel „Sicherheitspolitik verstehen. Handlungsfelder, Kontroversen und Lösungsansätze“ aufmerksam zu machen. Die beiden Autoren sind anerkannte Fachleute auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik. Varwick ist Politikwissenschaftler, Lehrstuhlinhaber Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg und Lahl ehemaliger Generalleutnant der Bundeswehr, war nach Dienstzeitende von März 2008 bis September 2011 noch Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, der höchsten ressortübergreifenden Bildungsinstitution Deutschlands. Beide engagieren sich als Vizepräsidenten in der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. (GSP).   Weiter ...

Geisel der Moderne: Selbstmord-Attentate - eine Analyse

Rezension von Heinz Neubauer

Wenn es in den westlichen Demokratien ein eher verstörendes Phänomen gibt, dann sind es die vielen Nachrichten über Selbstmord-Attentate und ihre Folgen. Wie kommen Menschen zu einem derartigen Verhalten, welches ohne Vorbereitung im Vorfeld weder vorstellbar noch durchführbar erscheint? Der Politikwissenschaftler R. Niklaus widmet sich eben diesen Fragen mit wissenschaftlicher Herangehensweise und rigoroser Klarheit. Um es vorwegzunehmen: dieses Buch eignet sich nicht als Lektüre auf einer Bahnfahrt oder vor dem Zubettgehen. Terrorismusforschung ist aber die Voraussetzung von gezieltem Handeln - eines einzelnen Bürgers und aller Sicherheitsinstitutionen - im Sinne des Vorbereitetseins, wenn es irgend geht auch der Prävention.
Nach einer methodologischen Einführung beschreibt der Autor nach einem von ihm entwickelten Raster zehn Kampagnen, also Serien von Selbstmord-Attentaten, von den japanischen Kamikaze-Piloten im zweiten Weltkrieg über die tamilischen Black Tigers bis zu den vielfältigen jihadistischen Formen, die die Welt seit den 1990er Jahren beschäftigen. Hierzu verwendet er ausschließlich offene Quellen und Veröffentlichungen, teilweise "Original-Fragmente" aus den propagandistisch vorbereiteten Texten (und Videos), die sich in verschiedener Weise    Mehr ...

Fakten-Reichtum im Handwörterbuch Internationale Politik

Rezension von Peter E. Uhde 

Wenn in einem Handbuch von 54 Autoren 62 Fachbeiträge zusammen gefasst sind, kann der Nutzer einiges erwarten. Fangen wir beim Umfang an. Das Inhaltsverzeichnis, das Vorwort und die Einführung umfassen 20 Seiten. Von den Stichwörtern bis zum abschließenden Personenregister folgen 584 Seiten. 26 Tabellen und 22 Abbildungen ergänzen die Stichwörter.

Seit der ersten Ausgabe, die 1977 in Herausgeberschaft von Richard Wolke, heute emeritierter Professor der Politikwissenschaft erschien, hat sich die weltpolitische Realität stark verändert. In den darauf folgenden Ausgaben wurden die Stichwörter angepasst und mit der aktuellen Ausgabe nun auf den neusten Stand gebracht. Neben Wichard Woyke ist Johannes Varwick, Politikwissenschaftler an der Universität Halle-Wittenberg, Herausgeber.

Alle Autoren, mit einer Kurzvita im Anhang aufgeführt, sind hauptsächlich Politikwissenschaftler, kommen aber auch aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen, die an Universitäten, Instituten, Akademien, bei Stiftungen, oder Think Tanks lehren, forschen oder arbeiten. Auffallend ist der Anteil von 16 Frauen als Verfasser der Fachthemen.     Mehr ...

China und Indien im regionalen und globalen Umfeld

„Indien wächst stärker als China“ ist eine Meldung in einer überregionalen Tageszeitung von Anfang des Monats Juni überschrieben. Die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens hat im I. Quartal 7,7 Prozent zugelegt, China nur 6,8 Prozent. Grund genug, sich einmal mit dem gerade erschienenen Buch der Herausgeber Michael Staack und David Groten zu befassen. Beide lehren an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr, Hamburg. Neben den beiden genannten, die auch Autoren sind, gibt es weitere fünf in dem knapp 200 seitigen Sammelband, die sich mit den beiden größten asiatischen Staaten befassen. Die Sozialistische Volksrepublik China hat etwa eine Größe von 9.597.995 qkm und eine Bevölkerung von ca. 1.382 Milliarden. In der Hauptstadt Peking leben ca. 21,7 Millionen Menschen. Staatspräsident auf Lebenszeit ist seit 17. März 2018 Xi Jinping. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) hat 2017 pro Kopf ca. 8.123 US-Dollar betragen. Die parlamentarische Demokratie Indien ist flächenmäßig mit 3.287.000 qkm bedeutend kleiner. Auf dem Territorium leben ca. 1.31 Milliarden, in der Hauptstadt New Delhi ca. 16,3 Millionen, Menschen. Präsident ist seit dem 25. Juli 2017 Ram Nath Kovind. Bemerkenswert ist der Unterschied im BIP, das nur ca. 1.852 US-Dollar beträgt.        Mehr ...

Wehrrechtliche Perspektiven auf dem Weg zur „Europa-Armee“

Rezension von Peter E. Uhde 

Der Sammelband „Multinationalität und Integration im militärischen Bereich“ beginnt in seinem ersten Kapitel mit einem Scheitern. Es ist das Scheitern einer Idee, die in den 50er Jahren ihren Ursprung hatte und dann am 30. August 1954 zu Grabe getragen wurde. Nach heftigen Debatten in der französischen Nationalversammlung setzte diese die Abstimmung über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) von der Tagesordnung ab. Das kam einer Ablehnung gleich und die Planungsarbeit von gut zwei Jahren war obsolet geworden. Was war mit der EVG geplant, warum und wodran war sie gescheitert sie und wie sieht es heute mit einem möglichen Wiederaufleben einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsgemeinschaft aus? Florian Seiller befasst sich mit dem historischen Vergleich und fragt ob die EVG von damals als ein Modell für multinationale Streitkräftestrukturen in der heutigen Zeit herhalten könnte. Da alle Beiträge des Sammelbandes auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Wehrrecht und Humanitäres Völkerrecht Themen waren, ist somit der juristische Schwerpunkt in ihren Inhalten vorgegeben.  

Bei Seiller trifft das aber noch nicht zu, er ist Doktor der Philosophie und schaut in seinem Beitrag zurück auf die Idee der gemeinsamen europäischen Streitmacht , für die verschiedene Begriffe wie „europäische Streitkräfte“      Mehr ...

Rivalität im Pazifik – Machtkampf zwischen China und den USA

Rezension von Heinz Neubauer

Aktuell mögen zwar Nachrichten aus und über die beiden koreanischen Staaten in den täglichen Nachrichten benannt werden, die geostrategische Auseinandersetzung findet jedoch zwischen der weiter aufstrebenden (neuen) Supermacht Volksrepublik China und den seit dem späten 19.Jahrhundert immer globaler agierenden Supermacht USA statt. Die jüngsten Entscheidungen (Wiederwahlmöglichkeit des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi, die Wahl Trumps zum U.S.-amerikanischen Präsidenten sowie die Wiederwahl des russischen Präsidenten Putin) spannen ein stabil aussehendes, aber aus vielen Gründen verwundbares Vieleck auf, auch weil die weiteren UN-Vetomächte Großbritannien („Brexit“) und Frankreich (Zukunft der eigenen Wirtschaft und der EU) mit sich beschäftigt sind.

Selbst wenn man sich an das nach außen als harmonisch beschriebene Treffen von US-Präsident Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi im November vergangenen Jahres erinnert, spüren die asiatischen Nachbarn Chinas und die ganze Welt die unterschiedlichsten Anzeichen der Rivalität. Das reicht von ‚hard power‘ wie Flottenrüstung bis zu mehr unterschwelliger ‚soft power‘ wie Rechts- und Interpretationsfragen- Die Supermacht USA, zugleich führender Vertreter einer liberalen Ordnung,         Mehr ...