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Corona-Krise und Sicherheitspolitik Teil 5: Europa quo vadis?

| von Kersten Lahl

Das altbekannte Narrativ macht wieder die Runde: In Krisen wird fast reflexartig der Europäischen Union vorgeworfen, sie versage, besitze keinen Mehrwert und sei ihrer Aufgabe nicht gewachsen. Ja mehr noch, sie lasse ihre in Not geratenen Mitglieder im Stich. Es ist dann also die hohe Zeit der Skeptiker. Umso lauter ruft man dann nach dem Nationalstaat – den man vorher freilich davor bewahrt hat, zur Krisenbeherrschung erforderliche Mittel und Kompetenzen an die Gemeinschaft abzugeben. Das…

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Corona-Krise und Sicherheitspolitik Teil 4: Globale Machtverschiebungen?

| von Kersten Lahl

Noch vor wenigen Wochen oder gar Tagen schien die allgemeine Entwicklung im globalen Machtgefüge recht stabil und weitgehend vorhersagbar. Die geostrategischen Rollen – zugegebenermaßen etwas holzschnittartig beschrieben – schienen auf absehbare Zeit nicht grundlegend in Frage gestellt: Die USA unverändert als die alleinige Supermacht, deren Status freilich langsam zu bröckeln droht. China als der große und auch einzig ernstzunehmende Rivale mit der Erwartung, früher oder später aufzuschließen…

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Corona-Krise und Sicherheitspolitik Teil 3: Stunde der Trolle?

| von Kersten Lahl

Ein freier, ungehinderter Austausch an Informationen zählt zu den zentralen Grundlagen offener Gesellschaften. In Krisenzeiten gilt diese Erkenntnis in besonderem Maß. Je seriöser, glaubwürdiger und umfassender der Dialog untereinander, um so höher in der Regel die Resilienz. Aber leider halten sich nicht alle Akteure immer an diese Maxime, sondern unterlaufen sie zum Zweck unterschiedlichster Interessen und Ziele.

Es lässt sich leider die These vertreten: Je schwieriger die Lage, umso mehr…

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Corona-Krise und Sicherheitspolitik - Teil 2: Bundeswehr

| von Kersten Lahl

Zugegeben, eigentlich wollten wir die Themenkette unserer Diskussion hier etwas allgemeiner beginnen. Aber nachdem bereits in den ersten Antworten auf den gestrigen Einstiegsimpuls (Corona-Krise und Sicherheit – Teil 1: Einstieg)  die Frage militärischer Ressourcen zur Krisenbewältigung mehrfach berührt wurde, bieten wir nun dazu ein Forum des Meinungsaustausches.

Vorab: In Krisenzeiten sind nüchterne Sachlichkeit und seriöser Austausch von Argumenten ein besonders hohes Gebot. Zugleich ist der…

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Corona-Krise und Sicherheitspolitik - Teil 1: Einstieg

| von Kersten Lahl

Eine Krise völlig ungeahnten Ausmaßes erfasst derzeit die ganze Welt. Niemand vermag heute seriös zu bewerten, was die globale Verbreitung des neuartigen Corona-Virus aktuell bedeutet, ob und wann sie halbwegs beherrschbar wird oder gar endet – und auch, zu welchen Folgen sie auf längere Sicht führt. Wir finden uns plötzlich in einer Lage wieder, die in Art und Rasanz auch an das erinnert, was Clausewitz seinerzeit – wenn auch vor anderem Hintergrund – als Nebel im Gefecht bezeichnet hat.…

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Wahlkrieg

| von Kersten Lahl

Der Konflikt zwischen den USA und Iran wird immer bizarrer. Jedenfalls fällt es nicht leicht, rationale Interessen hinter den immer aggressiveren Worten und Taten beider Seiten zu entdecken. Die jüngste Eskalation mit der gezielten Tötung eines hochrangigen Generals Irans wirft tiefe Fragen auf – auch jenseits der offenkundigen Tatsache, dass es sich bei dem Betroffenen um eine zentrale Figur in der iranischen Strategie der Destabilisierung der Region und der Verbreitung von Terrorismus…

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Nato: vital - obsolet - hirntot ?

Von Kersten Lahl

Das wichtigste Ergebnis des jüngsten Nato-Gipfels in London: Ein breites Zerwürfnis fand nicht statt. Alle haben offenbar den Ernst der Lage erkannt und sich auf betonte Harmonie geeinigt. Das Bündnis lebt also trotz so mancher voreiliger Abgesänge weiter. Dennoch bleibt klar: Der Patient ist alles andere als kerngesund. Er bedarf vielmehr dringend einer Erfrischungskur, um auch künftig im oft garstigen Alltag bestehen zu können und eine beunruhigende Orientierungslosigkeit zu…

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Immer das Dilemma mit der Türkei.

| von Kersten Lahl

Nein, die Türkei war noch nie ein leichter Partner im nordatlantischen Bündnis. Die Frage, ob wirklich ein tiefer Konsens über grundlegende gemeinsame Werte besteht, blieb immer offen oder wurde besser gar nicht erst gestellt. Denn ein Fakt überstrahlte alles: Das Wissen um die immense geostrategische Bedeutung dieses Staates als eine Art Brücke zwischen Ost und West, zwischen dem Schwarzen Meer und der Mittelmeerregion, zwischen Europa und Asien, zwischen dem Islam und dem Christentum, zwischen…

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Bündnisverteidigung nachrangig? Welch ein Irrtum!

| von Kersten Lahl

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Wir erinnern uns gut: Zu Zeiten des Kalten Krieges bildeten Landes- und Bündnisverteidigung eine untrennbare Einheit. Niemand profitierte von diesem Grundsatz mehr als die damalige Bundesrepublik Deutschland. Und wir waren in unserer sicherheitspolitischen Frontlage existenziell darauf angewiesen, dass unsere Partner das ähnlich sahen. Solidarität und konsequent gemeinsames Denken und Handeln zahlten sich vor allem für uns…

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„Unerbittlich“ daneben. Wider das Relativieren unserer soldatischen Werte.

| von Kersten Lahl, Generalleutnant a.D.

Seit einigen Wochen kursiert ein Papier einer Bundestagsfraktion zur „Streitkraft Bundeswehr“. Banales und Unstrittiges (z.B. zur Bedeutung der NATO, zu Defiziten bei Material und Ausrüstung oder zur Evaluierung von Auslandseinsätzen) mischt sich mit unhaltbaren Behauptungen (Verfassungsbruch der Bundesregierung), mit steilen Thesen (Wehrdienst ja, aber ohne Pflicht für Frauen), mit berechtigt kontroversen Streitpunkten (etwa zum Einsatz der Bw im Inneren oder zu der Idee einer EU-Armee) bis hin…